Brände um Tschernobyl: Keine erhöhte Radioaktivität in Österreich

Spuren von Cäsium-137 wurden in den vergangenen Tagen in der Ukraine an verschiedenen Orten, auch außerhalb der Sperrzone, nachgewiesen. Die Konzentration ist jedoch minimal. In Österreich sind die Messwerte im Normalbereich.

Seit Wochen wüten in der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl schwere Waldbrände.
© APA/AFP

Wien – Seit Tagen brennt es im Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine. Es kamen Befürchtungen auf, die Flammen könnten zu erhöhter Radioaktivität führen und das Wetter diese auch in andere Länder Europas tragen. Doch bisher liegen die Messwerte im Normalbereich, hieß es seitens des Umweltministeriums. Und: "Auch für Österreich sind keine erhöhten Werte feststellbar."

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betreibt ein laborgestütztes Überwachungssystem, das auch die bodennahe Luft in Österreich kontinuierlich auf Radioaktivität überprüft. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berechnet die großräumigen Verlagerungen etwaiger Radioaktivität mit dem Wetter.

Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des damals sowjetischen AKW Tschernobyl bei einem Sicherheitstest. Durch den schwersten Atomunfall in der Geschichte ist das Gebiet um das havarierte, mittlerweile stillgelegte AKW radioaktiv verseucht und Sperrzone. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Waldbränden im Umkreis von Tschernobyl gekommen, zuletzt 2015 und 2017. Als Ursache wurde oft Brandstiftung vermutet.

Spuren von Cäsium-137 wurden in den vergangenen Tagen in der Ukraine an verschiedenen Orten, auch außerhalb der Sperrzone, nachgewiesen. "Die in der Luft gemessenen Konzentrationen von Cäsium-137 sind jedoch so niedrig, dass sie im ukrainischen Strahlenfrühwarnsystem nicht nachgewiesen werden können", heißt es auf der Webseite des österreichischen Umweltministeriums. (APA)

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