Facebook bringt sich in Indien mit Milliardendeal in Stellung

Das Online-Netzwerk kauf sich mit knapp 10 Prozent bei Jio Platforms ein, der Tochterfirma eines führenden Mobilfunkanbieters in Indien. Es ist die zweitgrößte Facebook-Investition seit dem Kauf von WhatsApp im Jahr 2014.

Symbolfoto.
© DENIS CHARLET

Menlo Park – Facebook nimmt den schwierigen Zukunftsmarkt Indien mit einem Milliardendeal stärker ins Visier. Das Online-Netzwerk kauf sich für 5,7 Mrd. Dollar (5,3 Mrd. Euro) mit knapp 10 Prozent bei Jio Platforms ein, der Tochterfirma eines führenden Mobilfunkanbieters. Es ist die zweitgrößte Facebook-Investition seit dem Kauf von WhatsApp für rund 22 Mrd. Dollar im Jahr 2014.

WhatsApp spielt auch eine wichtige Rolle bei dem Deal in Indien: Geplant ist unter anderem eine Kooperation zwischen Facebooks Chat-Dienst und dem Online-Marktplatz JioMart. In Indien wächst die Zahl der Smartphone-Nutzer rasant und somit auch das Geschäft mit Online-Zahlungen und mobil getätigten Einkäufen.

Allein Jio, ein Teil des Reliance-Konzerns von Indiens reichstem Unternehmer Mukesh Ambani, hat 388 Millionen Internetkunden. Zum Erfolgsrezept von Jio gehören niedrige Preise, Reliance federt die hohen Kosten mit Einnahmen aus anderen Geschäftsbereichen wie Energie, Kunststoffe und Handel ab. Die Geldspritze nutzt Reliance nun zum Abbau seiner Schulden, die sich angesichts der Investitionen unter anderem in den inzwischen landesweit größten Mobilfunker Jio Infocomm angehäuft haben.

Facebook wird größter Minderheitsaktionär von Jio Platforms

Facebook wird mit der Investition zum größten Minderheitsaktionär von Jio Platforms, wo das App-Geschäft des Mobilfunk-Anbieters gebündelt ist.

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Ziel der neuen Partnerschaft ist es, möglichst schnell ein digitales Bezahlangebot für kleine Lebensmittelhändler zu starten. Die Kirana genannten Geschäfte gelten als Herz des indischen Lebensmittelmarktes, dessen Wert mit 375 Mrd. Dollar veranschlagt wird.

Ausländische Player tun sich oft schwer in Indien. Facebook selbst erlebte dort schon herbe Rückschläge, zum Beispiel als vor vier Jahren sein Programm für kostenlosen Webzugang "Free Basics" von den Behörden blockiert wurde. Streit gibt es auch um die Verschlüsselung bei WhatsApp. (APA/dpa/Reuters)


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