Elfter Monat in Folge zu warm: April brachte mehr Sonnenschein als im Sommer

Start und Ende des Monats tanzen aus der Reihe, doch dazwischen machte die Sonne im heurigen April Überstunden. Niederschlag war hingegen sehr viel seltener als sonst.

Sonnenschein wohin man blickt – wie hier am Wilden Kaiser – war im April keine Seltenheit.
© Alexander Wöll

Innsbruck – Auch wenn die letzten Tage des Monats nicht danach aussehen: Der April 2020 brachte wenig Niederschlag und dafür sehr viel Sonnenschein mit sich. Mit +2,5 Grad Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittel war es der 11. zu warme Monat in Folge, berichtet der Wetterdienst Ubimet am Donnerstag. Landesweit war der April sogar sonniger als ein durchschnittlicher Sommermonat.

Nach frostigem Start leistete Sonne Überstunden

Wie das Ende war auch der Beginn des Aprils noch nicht so gemütlich – vielerorts wurden sogar Kälterekorde aufgestellt. Dann jedoch brachten gleich mehrere Hochdruckgebiete die Wende. Am 10. April gab es in Hermagor sogar schon den ersten Sommertag des Jahres, etwa drei Wochen früher als im Klimamittel.

In Summe war der Monat landesweit etwa +2,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. „Besonders markant fallen die Abweichungen im Westen aus, so beträgt die Abweichung zum Klimamittel im Tiroler Wipptal und im Bregenzerwald teils sogar über +4 Grad“, analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. Im Osten und Südosten lagen die Abweichungen meist bei 1 bis 1,5 Grad.

© Ubimet

Auch Sonnenschein gab es die letzten Wochen in Hülle und Fülle. Besonders in Kärnten wurden an mehreren Wetterstationen neue Sonnenscheinrekorde aufgestellt, aber auch in der Steiermark sowie in Ober- und Niederösterreich gibt es neue Bestmarken.

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In ganz Österreich gab es im vergangenen Monat mehr Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Sommermonat. „In Klagenfurt schien die Sonne in diesem April ganze 300 Stunden lang, das sind fast 50 Stunden mehr als im durchschnittlich sonnigsten Monat des Jahres Juli zu erwarten sind“, so Spatzierer. Der meteorologische Frühling endet zwar erst am 31. Mai, das Soll an Sonnenstunden wurde mancherorts aber bereits erreicht.

Weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge

So reichlich die Sonnenstunden, so rar der Regen: Landesweit gab es weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge, besonders im östlichen Flachland und in Oberkärnten wurde teils nur 10 bis 15 Prozent der Solls erreicht, berichtet die Ubimet. In manchen Regionen war der April 2020 somit vergleichbar trocken wie im Jahre 2009, noch trockener war in der jüngeren Vergangenheit allerdings der April 2007.

Verlängertes Wochenende in Tirol unbeständig

In den Wonnemonat Mai startet Tirol heuer mit Aprilwetter. Auch wenn sich die Sonne im föhnigen Innsbrucker Raum und in Osttirol am Donnerstag zunächst noch wacker hält, erfasst der Regen im Laufe des Tages das ganze Land. Kalt ist es bei Höchstwerten knapp unter 20 Grad aber trotzdem nicht. Etwa kühler und wiederum unbeständig dürfte der Feiertag ausfallen. Wolken halten sich überall hartnäckig, die besten Chancen auf ein wenig Sonnenschein haben Osttiroler. Am Nachmittag ziehen verbreitet Regenschauer durch.

Der kühlste Tag der Woche erwartet uns am Samstag, auch feucht wird es wieder vor allem am Nachmittag. Kurzzeitig aufwärts geht es dafür am Sonntag, im Laufe des Tages lockern die Wolken auf und lassen ein paar Sonnenstrahlen durch. Die Temperaturen bleiben bei etwa 15 Grad. Schon zum Beginn der nächsten Woche lauert jedoch die nächste Störung, der Montag dürfte trüb und regnerisch werden. (TT.com)


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