Wolf in Gerlos: Landes-App informiert künftig über Nachweis großer Beutegreifer

Vor rund drei Wochen wurde in Gerlos ein Rotwild-Kadaver gefunden. Jetzt bestätigten DNA-Untersuchungen der zuständigen Behörden, dass ein Wolf das Tier gerissen hat.

(Symbolfoto)
© AFP/Huguen

Gerlos – Was die Experten der Landesveterinärdirektion bereits vermuteten, hat die Analyse von DNA-Proben jetzt bestätigt. Ein Ende März in Gerlos entdeckter Rotwildkadaver ist auf einen Wolf zurückzuführen. „Das Rissbild ließ uns schon beim Auffinden des getöteten Wildes an einen Wolf glauben“, sagt Martin Janovsky, Beauftragter für große Beutegreifer des Landes Tirol. Erbgut, das im März und April an getöteten Rehen in Elmen und Wenns sichergestellt wurde, konnte laut Janovsky hingegen einem Fuchs zugeordnet werden.

Es gibt derzeit „keine weiteren Hinweise auf Risse oder andere Aktivitäten eines Wolfes im Zillertal“, berichtet der Beutegreifer-Beauftragte. Um welches Individuum es sich bei dem Tier handelt, das Ende März durch die Wälder bei Gerlos streifte, ließe sich nicht feststellen, „sehr wohl aber die Quellpopulation“. Dazu könne festgestellt werden, dass dieser Wolf „in Tirol sicher noch nie genetisch nachgewiesen wurde“, sagt Janovsky. Er stamme aus der so genannten Balkanpopulation, die ebenfalls erstmals anhand von DNA hierzulande erfasst wurde. „Nur aus dem Jahr 2012 wissen wir, dass ein Exemplar aus diesem Bestand in Osttirol unterwegs war. Dieses trug aber einen Chip, weitere Spuren hinterließ es damals nicht.“ Der Großteil der Wölfe, die in Tirol unterwegs sind, stammt aus der italienischen Alpenpopulation. „Wir hatten hierzulande aber auch schon mal einen aus der Population in den osteuropäischen Karpaten.“

Jeder Verdacht auf die Anwesenheit eines großen Beutegreifers sorgt in der Bevölkerung für Aufregung. Für einen besseren Informationsfluss sind deshalb aktuelle Entwicklungen rund um Nachweise von Wölfen, Bären, Luchsen oder Rissbegutachtungen in den Bezirken nicht mehr nur auf der Webseite der Landesverwaltung, sondern auch in einer neuen Anwendung der Landes-App abrufbar. „Schnell und gesichert“ sollten Informationen so an die Öffentlichkeit weitergegeben werden, betonte der zuständige Landesrat Josef Geisler (ÖVP). Für Josef Gitterle, zuständig für Herdenschutz in der Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht, soll die App „vor allem für die Almbauernschaft ein Hilfsmittel sein“, die dann noch rascher reagieren könne, wenn Beutegreifer durch ihr Gebiet streifen würden.

Bei der Anwendung in der Landes-App werden, auf einer Tirol-Karte visualisiert und nach Bezirken eingrenzbar, aktuelle Infos zu Beutegreifern dargestellt. (bfk)

Tirolkarte mit Informationen zu Wolf-, Bär- oder Luchspräsenz

▶️ Unter www.tirol.gv.at/baer-wolf-luchs werden weiterhin aktuelle Informationen zu Wolf, Bär und Luchs in Tirol eingepflegt.

▶️ Im Bereich „Sicht- und Schadenmeldung“ werden zudem Informationen zur Verfügung gestellt, was zu tun ist, wenn große Beutegreifer gesichtet oder es zu einem durch sie verursachten Schaden gekommen ist.

▶️ Neben den Kontaktdaten der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörden finden sich dort auch Formulare zur Antragstellung bei Schadensfällen.


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