Arzt soll während Operation Linzer Spital verlassen haben: Patient starb

Laut einem Medienbericht hatte der leitende Oberarzt einen Termin in seiner Privatordination und übergab deshalb während einer kritischen Phase der Operation an einen Kollegen.

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(Symbolfoto)
© APA/dpa/Schneider-Solis

Linz – Ein Arzt soll im Linzer Kepler Uniklinikum (KUK) während einer heiklen Operation das Spital verlassen haben. Der Patient starb. Das berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten online. Der Mediziner sei demnach suspendiert worden, der Vorfall soll untersucht werden.

Am Dienstag sei der 77-jährige Patient wegen eines Aortarisses mit dem Rettungshubschrauber ins Kepler-Klinikum eingeliefert und operiert worden, hieß es in dem Artikel. Allerdings habe der Oberarzt, der den Eingriff leitete, während einer noch kritischen Phase der Operation an einen Kollegen übergeben und das Spital verlassen, so die OÖN unter Berufung auf interne Quellen. Dem Vernehmen nach solle der Oberarzt einen Termin in seiner Privatordination gehabt haben. Nachdem der Oberarzt gegangen war, kam es zu Schwierigkeiten bei der Operation und der Patient starb.

Es sei "bemerkenswert, dass es im Verlauf der Operation zu einer Übergabe an den assistierenden Arzt gekommen ist", sagte Andreas Zierer, Vorstand der Abteilung Herz-, Gefäß und Thoraxchirurgie, zu den OÖN. "Die genauen Umstände dieser Übergabe werden aktuell genauestens überprüft". Er wies allerdings darauf hin, dass "eine Notfalloperation bei Einriss der Körperschlagader mit einer hohen Sterblichkeit von 15 bis 20 Prozent" verbunden sei.

Auch der ärztliche Leiter des KUK, Ferdinand Waldenberger, bestätigt den OÖN den Todesfall. Er habe ein Gutachten bei einem gerichtlich beeideten Sachverständigen in Auftrag gegeben, der Operateur sei bis zur Klärung des Sachverhalts suspendiert. Derzeit habe man aber "keinen Hinweis auf ein medizinisch-fachliches Fehlverhalten", so Waldenberger.

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Haberlander für genaue Prüfung

Die oberösterreichische Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) kündigte eine genaue Prüfung des Vorfalls an. "Sollte sich der Verdacht auf ein Fehlverhalten bestätigen, so ist dies absolut nicht zu tolerieren und dienstrechtliche Konsequenzen werden selbstverständlich folgen", betonte sie via Aussendung. Auch werde man "die Staatsanwaltschaft kontaktieren".

"Hier muss eine restlose Aufklärung erfolgen", betonte Haberlander in einer Aussendung, in der sie auch den Angehörigen des Verstorbenen ihr Mitgefühl aussprach. Sie forderte zudem die Stadt Linz auf, die sanitäre Aufsicht einzuschalten. Laut Haberlander scheine zwar nach bisherigem Erkenntnisstand kein direkter Zusammenhang zwischen der Dienstübergabe und dem Ableben des Patienten zu bestehen, aber im Auftrag des Ärztlichen Direktors werde ein gerichtlich beeideter Sachverständiger die Causa analysieren und auch die Johannes Kepler Universität solle einbezogen werden. Die vollständige Klärung sei auch deshalb wichtig, weil es sich "um eine universitäre Abteilung handelt, deren Ruf weit über Österreich hinaus untadelig ist und die es zu schützen gilt".

"Sollte sich der Verdacht bestätigen, hat ein solches Vorgehen keinen Platz, weder am Kepler Universitätsklinikum, noch an einem anderen Krankenhaus in Oberösterreich. Der Schaden für den Ruf der betroffenen Abteilung und des Kepler Universitätsklinikums ist bedauerlich und spiegelt in keinster Weise die Qualität der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider, die jeden Tag auf höchstem Niveau geleistet wird", so Haberlander. (APA)


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