Deutscher lebte wegen Corona-Pandemie zwei Monate auf indischem Flughafen

Eine Situation, die an den Film "Terminal" erinnert: Ein Deutscher musste wegen der Corona-Pandemie zwei Monate lang auf einem Flughafen ausharren. Nach Deutschland wollte er nicht, in Indien suchte er ebenfalls nicht um Asyl an. Nun stieg er doch in eine KLM-Maschine nach Amsterdam.

Ein Mitarbeiter auf einem indischen Flughafen (Symbolfoto).
© SAM PANTHAKY

Neu-Delhi – Ein Deutscher hat knapp zwei Monate im Transitbereich des Flughafens der indischen Hauptstadt Neu Delhi gelebt. Eigentlich wollte der 41-Jährige schon Ende März von Hanoi über Neu Delhi nach Istanbul fliegen, wie ein Mitarbeiter der Flughafenpolizei am Dienstag erklärte. Sein Weiterflug sei aber wegen Indiens Corona-Maßnahmen gestrichen worden.

Die deutsche Botschaft informierte dem Mann anschließend mehrfach über Rückreisemöglichkeiten nach Deutschland, wie es aus dem Auswärtigen Amt hieß. Aber nach Deutschland habe der Mann nicht gewollt.

Mann offenbar vorbestraft

Er habe aber auch keinen Antrag auf ein indisches Visum gestellt, sagte ein Mitarbeiter der Flughafensicherheit. Dieses hätte er aber wohl auch nicht erhalten, weil er indischen Behörden von kriminellen Vorstrafen erzählt habe.

Folglich saß der Mann wochenlang im Flughafen fest. Er habe meist das Flughafen-WLAN benutzt, mit Familie und Freunden telefoniert sowie Magazine und Zeitungen gelesen, sagte der Mitarbeiter der Flughafensicherheit. Indische Behörden hätten ihm Essen, Getränke, Zahnpasta und frische Kleider gebracht. Geschlafen habe der Mann auf Sitzen oder am Boden. Am frühen Dienstagmorgen habe der Mann den Flughafen schließlich mit einer KLM-Rückholmaschine in Richtung Amsterdam verlassen, wie der Flughafensprecher sagte. (APA, dpa)

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