Ermittlungen gegen Stiftung: Neuer Ärger für Prinz Andrew

Nach dem Skandal um Prinz Andrews Freundschaft zum verurteilten Sexualstraftäter Epstein steht dem britischen Königshaus womöglich neuer Ärger ins Haus. Behörden sollen nach einer Klage gegen die Wohltätigkeits-Organisation des 60-Jährigen ermitteln.

Wusste Prinz Andrew von der unberechtigten Zahlung an seine Privatsekretärin?
© AP

London - Seine Freundschaft zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, eine vermeintliche Millionen-Klage aus der Schweiz und nun auch noch Ermittlungen bei seiner Wohltätigkeits-Organisation? Die lange Skandalakte rund um Prinz Andrew scheint inzwischen um ein weiteres Kapitel reicher zu sein. Schuld daran sind Zahlungen in einer Gesamthöhe von rund 355.000 britischen Pfund (etwa 400.000 Euro), die seine ehemalige Privatsekretärin Amanda Thirsk über den Prince Andrew Charitable Trust erhalten haben soll. Und das offenbar unsachgemäß, wie nun die britische Financial Times berichtet.

Thirsk, die kurz nach Prinz Andrews desaströsem BBC-Interview bezüglich des Epstein-Skandals als private Sekretärin des Royals zurücktrat, fungierte zuvor auch als eine der Treuhänderinnen des Prince Andrew Charitable Trust und hätte laut des Berichts als solche keinen Anspruch auf derartige Zahlungen gehabt. Unklar ist, wer für diese „unautorisierten" Überweisungen verantwortlich gewesen ist, es ist aber die Rede davon, dass Thirsk selbst keine Schuld daran getragen habe.

Wusste Prinz Andrew Bescheid?

Interessant jedoch ist ein Teil des Financial Times-Artikels, in dem angedeutet wird, dass Prinz Andrew über den Vorfall Bescheid gewusst haben könnte: Denn nachdem den Mitgliedern der Organisation nach internen Ermittlungen der Fehler aufgefallen war, „schlussfolgerten die Treuhänder, dass es im besten Interesse der Stiftung sei, eine vollständige Rückerstattung zu gewährleisten, die vom Büro Ihrer Königlichen Hoheit, dem Herzog von York (Prinz Andrew, Anm. d. Red.), bewilligt und beglichen wurde". Für die unrechtmäßigen Zahlungen an Frau Thirsk, so legt es die Formulierung nahe, musste am Ende also unter Umständen Prinz Andrew mit seinem Privatvermögen aufkommen. Umso dringender müsste ihn die Frage beschäftigen, wer die Zahlungen einst überhaupt in die Wege geleitet hat.

Apropos Vermögen des Prinzen: Das dürfte neuesten Berichten zufolge nicht mehr ganz so üppig wie noch vor einiger Zeit sein. Wie unter anderem die britische Zeitung The Sun berichtet, sei inzwischen gegen ihn und seine Ex-Frau Sarah Ferguson sogar eine Klage aus der Schweiz eingetrudelt. Der Grund: Seit Monaten hätten die beiden es versäumt, eine Rate in Millionenhöhe für eine dort erworbene Luxus-Berghütte zu bezahlen. Demnach geht es inzwischen um eine offene Zahlung von umgerechnet 7,6 Millionen Euro. (spot)


Kommentieren


Schlagworte