Wer kommt nach Veith? Österreichs Ski-Damen suchen den Superstar

Anna Veiths Karriere neigt sich dem Ende zu, die Nachfolger scharren in den Startlöchern. Doch sind sie schnell genug für mögliche Seriensiege?

Ein Superstar vom Kaliber einer Anna Veith ist derzeit im ÖSV-Team nicht in Sicht.
© EXPA/JOHANN GRODER

Von Florian Madl

Innsbruck – „Ich habe mit Riesen-Schwierigkeiten angefangen, aufhören werden wir auch mit Schwierigkeiten“, meinte Peter Schröcksnadel launisch zur jüngsten Verlängerung seiner Funktionsperiode. Hintergrund: Als der Unternehmer im November 1989 sein Präsidentenamt angetreten hatte, hing der Österreichische Skiverband noch schwer in den Seilen. Das änderte sich in der Folge.

Die Sätze fielen wenige Stunden vor Bekanntwerden von Anna Veiths wahrscheinlichem Karriereende. Zwar wusste der 78-Jährige wohl schon, was seine Protagonistin geplant haben mag, doch beschäftigt war der Tiroler da noch mit Themen wie Vergabe von TV-Rechten und Geisterrennen (die er sich durchaus vorstellen kann). Und auch der Gletscherauftakt in Sölden (23.–25. Oktober) bereitet Weltcup-Verantwortlichen wie ihm Kopfzerbrechen: „Können Sportler aus Kanada, den USA und Japan einreisen?“ Die Meldung vom Veith-Abschied erwischte den ansonsten wortgewandten Schröcksnadel am Mittwoch wohl auch deshalb am falschen Fuß, lange Zeit hatte die 30-jährige Salzburgerin mit ihren Allround-Fähigkeiten so manche Schwäche der Alpin-Damen übertüncht.

Was meinen Sie zum möglichen Vakuum hinter Anna Veith?

Schröcksnadel: „Anna ist in den letzten Jahren nicht auf dem Niveau gefahren, das sie draufhat – außer halt bei Olympia.“

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Und wo droht Dürre?

Schröcksnadel: „Wir haben kein Loch, aber in der Abfahrt und im Super-G sind wir leider nicht dort, wo wir hinwollten. Aber wir haben gute Trainer, ich bin da sehr zuversichtlich.“

Wer also tritt Ihrer Meinung nach in die Fußstapfen der Anna Veith aus erfolgreichen Tagen?

Schröcksnadel: „Katharina Gallhuber hat Potenzial, wie Nina Ortlieb. Vor allem haben wir Katharina Liensberger. Sie hat gute Chancen auf Seriensiege.“

Fehlen der Damen-Ski-Szene derzeit die Stars?

Schröcksnadel: „Stars gibt es nie viele, das liegt in der Natur der Sache. Du wirst nur ein Held, wenn du einer aus vielen bist. Wenn du in einer Saison zehn Sieger hast, gibt es keinen Helden. Stars müssen sich natürlich auch ein wenig inszenieren. Shiffrin macht das schon, Vlhova weniger.“

Wie groß ist die Aussicht auf ÖSV-Erfolge bei den Damen?

Schröcksnadel: „Die Dichte an der Spitze ist bei den Damen nicht so hoch, da wäre ja viel Platz. Nehmen wir die Kombi her: Die ist nicht interessant, weil zu wenige für einen Sieg in Frage kommen.“

Wo braucht es Geduld?

Schröcksnadel: „Im Riesentorlauf.“


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