Kultur-Neustart: Veranstaltungen ab 29. Mai wieder möglich

„So viel wie möglich zulassen, so wenig wie möglich einschränken" – so lautet das Prinzip. Ab 29. Mai werden Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern möglich, ab 1. Juli bis zu 250 Besucher.

Symbolbild.
© HRDIJANG

Wien – Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) haben Freitagmittag einen Stufenplan für die weitere Wiederaufnahme von Aktivitäten im Kulturbereich vorgestellt. Kogler bedankte sich bei Ulrike Lunacek: „Sie hat bei allen Auf und Abs immer wieder großartige politische Arbeit geleistet". Ihre Nachfolgerin werde Anfang nächster Woche präsentiert.

Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei der Pressekonferenz.
© CHRISTOPHER DUNKER

Es sei „ein grober Rahmen" erarbeitet worden, ein auch mit dem Bundeskanzleramt abgestimmter Plan, mit dem man auch im Kunst- und Kulturbereich künftig „auf mehr Eigenverantwortung und mehr Freiwilligkeit setzen" werde, sagte Kogler. Es gelte das Prinzip „So viel wie möglich zulassen, so wenig wie möglich einschränken". Mit diesem Rahmenkonzept wolle man in Dialog mit der Kulturbranche treten. „Wir müssen gemeinsam lernen, wie wir das Virus austricksen können." Nach der jüngsten positiven Entwicklung der Infektionszahlen lasse sich sagen: „Wir können mehr ermöglichen, als wir vor kurzem noch zu hoffen gewagt haben."

📽 | Kulturveranstaltungen ab Ende Mai möglich

Der Stufenplan, der nach einer Woche des Dialogs mit Kulturschaffenden und Kulturpolitikern am 25. Mai in eine Verordnung gegossen werden und mit 29. Mai gelten soll, sieht im Einzelnen vor: Ab 29. Mai werden Indoor- wie Outdoor-Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern möglich, ab 1. Juli bis zu 250 Besucher.

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Kinos dürfen am 1. Juli wieder öffnen

Zum gleichen Zeitpunkt sollen auch die Kinos geöffnet werden. Bei Sitzplätzen solle es mindestens einen Meter Abstand zum Nachbarn geben. „Jede Veranstaltung wird eine Art Corona-Beauftragten haben", sagte Anschober und nannte die Steuerung der Besucherströme ein wichtiges Thema. „Es wird die Erstellung einer individuellen Risikoanalyse geben."

Jede Veranstaltung wird eine Art Corona-Beauftragten haben.
Rudolf Anschober

Bis zu 1000 Besucher: „Ganz großer Schritt" am 1. August

Mit 1. August soll „ein ganz großer Schritt" erfolgen, sagte Anschober: Erlaubt sind Veranstaltungen mit bis 500 Besuchern, bei Vorliegen eines speziellen Sicherheitskonzepts bis zu 1000 Besucher. Zudem sollen mit der Branche Richtlinien für die Wiederaufnahme des Probebetrieb erarbeitet werden.

© TT

Anschober freute sich über die jüngsten Zahlen im Gesundheitsbereich, bei denen heute nur noch 212 im Spital befindliche Covid-19-Erkrankte und nur noch 47 auf den Intensivstationen Befindliche zu verzeichnen seien. (TT.com, APA)

⚡ Kultur-Neustart: SPÖ und NEOS enttäuscht

Enttäuscht haben sich SPÖ und NEOS vom heutigen Auftritt von Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) gezeigt. "Wir haben uns heute Lösungen für die KünstlerInnen und Kulturschaffenden erwartet. Bekommen haben die KünstlerInnen und Kulturschaffenden nur eine Vertröstung auf eine Verordnung, die erst in zehn Tagen kommt", so SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda.

In Hinblick auf die angekündigte Verordnung forderte er in einer Stellungnahme gegenüber der APA, dass es keine Benachteiligung gegenüber der Gastronomie geben dürfe. "Die Kulturschaffenden brauchen jetzt nicht noch mehr Geschwafel, sondern endlich eine konkrete Perspektive. Die sind Kogler und Anschober aber wieder schuldig geblieben - mit einem ,groben Rahmen' kann die Branche nicht arbeiten", kritisierte auch NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn in einer Aussendung. Statt einen konkreten Stufenplan zu präsentieren und somit eine konkrete Perspektive zu liefern, "vertröstet uns die Regierung jetzt schon wieder auf nächste Woche, damit gibt es vor dem 25. Mai null Planungssicherheit."

Einen konkreten Öffnungsfahrplan wünscht sich auch der steirische Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP): "Nun geht es vor allem darum, schnell eine Nachfolge zu bestimmen und gemeinsam rasch Lösungen für den von den Corona-Maßnahmen so stark betroffenen Kulturbereich zu entwickeln. Vor allem braucht es Perspektiven, einen klaren Öffnungs-Fahrplan und praktikable Wege für den gesamten Kunst- und Kulturbetrieb - vom Theater bis zur Blasmusik." Die Betroffenen müssten eng mit einbezogen werden. Auch die steirische Grünen-Klubchefin Sandra Krautwaschl sagte, es gehe um eine konkrete und passgenaue Unterstützung für Kunst und Kultur und für die Künstlerinnen und Künstler. Den Rücktritt von Staatssekretärin Ulrike Lunacek wollte sie nicht kommentieren. Wichtig sei nun eine rasche Neubesetzung, hieß es auf APA-Anfrage.


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