Nach einem positiven Test in Fügen: Schule zu, alle Lehrer in Quarantäne

Die NMS Fügen 1 bleibt bis 28. Mai wegen eines an Corona erkrankten Lehrers geschlossen. Hintergrund ist unter anderem ein bürokratischer Schildbürgerstreich.

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Der reguläre Präsenzunterricht hätte Montag an der NMS1 in Fügen starten sollen. Nun findet ein Unterricht mit Distance Learning statt.
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Von Angela Dähling

Fügen - 30 Lehrer und neun in den letzten Wochen betreute Schüler der Neuen Mittelschule (NMS) Fügen 1 sind seit Donnerstag für zwei Wochen in Quarantäne. Zudem findet an der NMS1 - verordnet vom Schulleiter und veranlasst durch die Bildungsdirektion - bis zum 28. Mai kein Unterricht statt. Eigentlich hätte die Schule Montag wieder öffnen sollen.

Recherchen der TT ergaben, dass ein Lehrer an Covid-19 erkrankt ist. Am Mittwoch fand eine Konferenz anlässlich der bevorstehenden Schulöffnung statt. Dabei seien die Abstandsregeln von zwei Metern eingehalten worden, alle hätten Mundschutz getragen und ihre Hände desinfiziert, erfuhr die TT aus seriöser Quelle.

Während Direktor Helmut Mader gestern keine Auskunft geben durfte und auf die Bildungsdirektion des Landes verwies, bestätigte der Schwazer Bezirkshauptmann, dass alle vorgeschriebenen Corona-Präventionsmaßnahmen von den Konferenzteilnehmern eingehalten worden seien.

Lehrer hatte neun Kinder betreut

Erst am Tag danach hätte sich aber herausgestellt, dass einer der Lehrer, der zwei Tage zuvor neun Schüler betreut habe, Covid-19 hat. "Ein asymptomatischer Fall, denn er wies keinerlei Symptome auf", erklärt Brandl. Im Zuge der Querschnittstestung sei das Virus bei dem Lehrer festgestellt worden. "Möglicherweise ist er nicht mehr infektiös. Wir sind dabei, das zu klären", schildert Brandl.

Warum trotz Einhaltung der Maßnahmen zur Ansteckungsverhinderung alle Lehrkräfte in Quarantäne müssen, erklärt Brandl mit geltenden Verordnungen. Und die gleichen einem Schildbürgerstreich. Denn die geltenden Präventionsmaßnahmen sind weniger streng als die Verordnung "Behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV-2-Kontaktpersonen" des Bundesministeriums vom 14. April.

Laut letzterer zählen Personen, die sich in einer geschlossenen Umgebung (z. B. Klassenzimmer) mit einem Covid-19-Fall für 15 Minuten oder länger aufgehalten haben, nämlich zur Hochrisikogruppe und müssen in Quarantäne, weil Ansteckung zu befürchten sei. Die Konferenz dauerte länger als 15 Minuten.

"Regelung nicht mehr nachvollziehbar"

"Diese Regelung ist in der aktuellen Situation - auch was die Gastronomie betrifft - nicht mehr nachvollziehbar", meint Brandl. Laut ihm soll es inzwischen eine überarbeitete Fassung geben, in der stattdessen die Abstandsregel von zwei Metern gelten solle. "Sie tritt aber erst in Kraft, wenn sie auf der Homepage veröffentlicht wird", so Brandl. Jedenfalls wolle man alles tun, damit die Fügener Schule rasch wieder öffnen könne.


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