Eurovision-Ersatz-Contest: Stefan Raab vs. Andi Knoll vs. Barbara Schöneberger

Europa muss sich 2020 seinen eigenen ESC basteln – der echte wurde ja wegen Corona abgesagt. Während die ARD die Ersatz-Show in die Hände von Barbara Schöneberger legt, vertraut ProSieben auf Stefan Raab. Und im ORF führt ESC-Veteran Andi Knoll gleich durch zwei Sendungen. Eine davon ehrt die diesjährigen Beiträge.

„Open up" wäre das diesjährige Motto des Song Contests gewesen – doch die Tore zu Rotterdam bleiben zu. Als Trost gibt es einige Alternativen im TV.
© Eurovision

Wien – Eigentlich hätte am heutigen Samstagabend das große Finale des 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam über die Bühne gehen sollen. Nach der coronabedingten Absage des Musikevents wollen nun gleich drei Fernsehshows eine Alternative bieten. Auf ProSieben komoderiert Conchita den „Free ESC" von Stefan Raab, bei dem mit Josh („Cordula Grün") auch ein österreichischer Kandidat um den Sieg antritt.

ORF 1 hingegen überträgt ab 21 Uhr die offizielle Ersatzshow „Europe Shine A Light" – ohne Wettbewerb, dafür mit Beteiligung des heimischen Kandidaten Vincent Bueno. Und schließlich präsentiert die ARD noch ab 20.15 Uhr aus der Hamburger Elbphilharmonie „Eurovision Song Contest 2020 – Das deutsche Finale". Hierbei haben sich zehn Nationen für ein Zuschauervoting qualifiziert – Österreich allerdings nicht.

➡️ Überblick: Die Ersatzshows und was die Fans erwartet

🎙️🎶 „Free European Song Contest“ von Raab und mit Conchita und Josh

Wer in Deutschland an den Song Contest denkt, kommt an Stefan Raab nicht vorbei. Der pensionierte Entertainer ließ es sich nicht nehmen, der abgesagten Musikshow seinen Tribut zu zollen und in abgewandelter Form weiterleben zu lassen. Österreichs ESC-Gewinnerin Conchita Wurst (31) und Steven Gätjen (47) präsentieren ab 20.15 Uhr live aus Köln den „Free European Song Contest“.

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Beim „#FreeESC“ gehen 15 Länder ins Rennen, vertreten von Künstlern, die einen Bezug zu der jeweiligen Nation haben. Für die Schweiz tritt demnach Stefanie Heinzmann an, für Spanien Nico Santos, für Dänemark Kate Hall, für Israel Gil Ofarim, für die Niederlande Ilse DeLange und für Polen das Duo Glasperlenspiel (Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg). Die Türkei wird von Rapper Eko Fresh zusammen mit seinem Kollegen Umut Timur vertreten, Bulgarien von Sängerin Oonagh, Großbritannien von Kelvin Jones und Irland von Sion Hill. Außerdem singen Sarah Lombardi (für Italien), Teenie-Idol Mike Singer (Kasachstan) und Schlagersängerin Vanessa Mai (Kroatien). Für Österreich geht Popsänger Josh an den Start.

An der Seite von Steven Gätjen moderiert Conchita Wurst den #FreeESC.

Um den deutschen Beitrag soll offenbar bis zuletzt ein großes Geheimnis gemacht werden. Stefan Raab höchstpersönlich verkündete vielsagend, es werde sich um „eine echte Legende“ handeln. Auf die Frage, ob man von ihm am Samstag einen Auftritt vor der Kamera erwarten könne, hatte ProSieben erklärt: „Seine Karriere vor der Kamera hat er 2015 beendet."

Am Ende soll – ganz klassisch – quer durch Europa geschaltet werden, um die Punkte einzusammeln. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden diese per Zuschauervoting vergeben. In den anderen Ländern vergibt eine Art Jury die Wertung. Bei dieser Zeremonie sind unter anderem der Fußballer Lukas Podolski dabei sowie Spice Girl Melanie C.

Puls 24 zeigt das Spektakel überdies mit einem eigenen Live-Diskussionsforum und Österreichkommentar. Live zu Gast im Studio ist dabei Dragikone Tamara Mascara, als ESC-Experten fungieren Dori Bauer und Patrick Fux.

🎙️🎶 „Europe Shine A Light" mit diesjährigen Beiträgen und All-Stars

Auf ORF 1 ist wiederum die offizielle EBU-Ersatzshow „Europe Shine A Light" zu sehen, die ab 21 Uhr live aus dem niederländischen Hilversum übertragen wird. Hier liegt der Fokus nicht nur auf den diesjährigen ESC-Songs, es werden auch Siegertitel neu interpretiert und Song-Contest-Legenden sind am Wort.

Rund 40 europäische Länder und Australien werden sich versammeln, um Fans und Künstlerinnen und Künstlern eine gemeinsame Plattform zu geben. In der Sendung werden die Songs der teilnehmenden Länder präsentiert – darunter auch „Alive“ von Vincent Bueno, ausgewählte Acts singen in einem Medley „Love Shine A Light“, den bislang letzten britischen Siegertitel von Katrina and The Waves aus dem Jahr 1997.

📽️ Video | Der Trailer zu „Europe Shine A Light"

Mittels Schaltungen sind auch Stars vergangener Song Contests mit dabei: Michael Schulte wird gemeinsam mit Ilse DeLange von den Common Linnets „Ein Bisschen Frieden“ interpretieren. Gali Atari aus Israel singt ihren Siegertitel von 1979 „Hallelujah“ und Mans Zelmerlöw performt „Heroes“, mit dem er 2015 in Wien den Sieg nach Schweden holte. Die beiden ESC-Siegerinnen Marija Šerifović (2007) und Netta (2018) sind mit einem neuen Titel genauso wie Vorjahressieger Duncan Laurence mit dabei.

Und auch die Fans sind ein aktiver Teil der Show: Die besten Home-Videos des ESC-Hits „What's Another Year“ von Johnny Logan aus dem Jahr 1980 werden an diesem Abend präsentiert. Ein Voting wird es hier allerdings nicht geben.

Das sind die 41 Künstlerinnen und Künstler, denen Corona den ESC-Auftritt vermasselt hat.
© Eurovision

Die Moderation übernehmen Edsilia Rombley, Chantal Janzen und Jan Smit, die auch durch den Eurovision Song Contest in Rotterdam geführt hätten. Kommentiert wird das ganze Spektakel wie gewohnt von Andi Knoll. „‚Europe - Shine a Light‘ wird die wahrscheinlich schnellste Song-Contest-Sendung aller Zeiten! Alle 41 Songs plus Auftritte von bisherigen Siegerinnen und Siegern in angeblich nicht viel mehr als zwei Stunden, das glaub ich erst, wenn ich es seh!", sagt der Tiroler und ESC-Veteran.

🎙️🎶 Doku: Österreich und der Song Contest

Bereits um 20.15 Uhr eröffnet „Österreich 12 Punkte – die Song Contest Erfolgsgeschichte“ den ESC-Abend von ORF 1 und lässt die rot-weiß-rote Eurovisions-Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen Revue passieren. Die Doku schaut zurück auf unsere Heldinnen und Helden, von A wie Alf Poier über F wie Thomas Forstner und W wie Waterloo & Robinson bis Z wie ZOE.

48 Jahre lagen zwischen den beiden Siegen von Udo Jürgens und Conchita Wurst. Das Davor und Dazwischen beleuchtet die Doku „Österreich 12 Punkte".
© ORF

Auch durch diese Sendung führt Andi Knoll: „Also dass aus einer Absage des Song Contests jetzt eines der Jahre wird, in dem wir die meisten ESC-Sendungen seit Langem spielen, hätte ich mir auch nicht gedacht. Um 20.15 Uhr zeigen wir, dass Österreich beim Song Contest immer alles richtig gemacht hat … auch wenn man das dem Ergebnis nicht ansieht. Also ein Abend für Optimisten.“

🎙️🎶 Deutschland kürt seinen Sieger: Live-Auftritte in der Elbphilharomie

In der ARD wird in einem nationalen Finale ein „Sieger der Herzen“ gekürt. In der ARD-Show „Eurovision Song Contest 2020 – das deutsche Finale“ (20.15 Uhr) treten zehn diesjährige ESC-Teilnehmer gegeneinander an. Drei davon werden sogar live – wenn auch vor leeren Rängen – in der Hamburger Elbphilharmonie auftreten: Ben & Tan (Dänemark), Daði Freyr og Gagnamagnið (Island) und The Roop (Litauen).

Die Startplätze wurden am vergangenen Samstag in einer eigenen Show von den Zuschauern vergeben. Zu den zehn Finalisten des deutschen ESC (Samstag, 20.15 Uhr, das Erste) gehören zudem Aserbaidschan (Efendi mit „Cleopatra“), Bulgarien (Victoria mit „Tears getting sober“), Italien (Diodato mit „Fai Rumore“), Malta (Destiny mit „All of my love“), Russland (Little Big mit „Uno“), Schweden (The Mamas mit „Move“) und die Schweiz (Gjon‘s Tears mit „Répondez-moi“). Sie werden dem NDR zufolge in Musik- oder Auftritts-Videos zu sehen sein. Das deutsche Finale soll von ESC-Urgestein Peter Urban und Sänger Michael Schulte kommentiert werden.

Auch Ben Dolic, der für Deutschland mit „Violent Thing“ angetreten wäre, wird vor leeren Rängen auf der Bühne stehen. Der Auftritt in der Elbphilharmonie soll sich dabei so eng wie möglich an der für Rotterdam geplanten Inszenierung orientieren. Sein Auftritt steht bei der Kür des „deutschen Siegers der Herzen“ allerdings – ganz ESC-konform – nicht mit zur Wahl.

Barbara Schöneberger (46) moderiert die Show, ESC-Urgestein Peter Urban und Sänger Michael Schulte kommentieren die Beiträge. (TT.com, dpa, APA)


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