Wundermittel und Desinfektion von innen: Trumps kontroverse Äußerungen

"Alles unter Kontrolle", Desinfektionsmittel vielleicht intravenös spritzen und ein Malaria-Mittel mit einigen Nebenwirkungen vorsorglich einnehmen – US-Präsident Donald Trump hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie mit seinen – teils gefährlichen – Äußerungen immer wieder für Kopfschütteln gesorgt. Eine Chronologie:

Trump sorgt mit seinen Äußerungen in der Corona-Krise des öfteren für Kopfschütteln.
© imago/UPI Photo

22. Jänner: Auf die Frage eines Journalisten nach dem ersten bestätigten Fall in den USA, ob er Sorgen angesichts einer möglichen Pandemie habe, sagt Trump: "Nein, überhaupt nicht. Wir haben es vollkommen unter Kontrolle."

10. Februar: Bei einer Wahlkampfveranstaltung: "Es scheint, dass theoretisch im April, wenn es etwas wärmer wird, es wie durch ein Wunder weggeht."

24. Februar: Im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Das Coronavirus ist in den USA sehr gut unter Kontrolle."

16. März: Auf eine Journalisten-Frage, wie viele Punkte er sich selbst auf einer Skala von eins bis zehn für sein Krisenmanagement geben würde: "Ich würde zehn Punkte geben, weil wir einen großartigen Job gemacht haben."

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17. März: Bei einer Presseunterrichtung im Weißen Haus: "Ich habe immer gewusst, dass das eine wirkliche, dass das eine Pandemie ist. Ich habe gefühlt, dass es eine Pandemie ist, lange bevor es als Pandemie bezeichnet wurde."

18. März: Trump bezeichnet sich als "Präsident in Kriegszeiten": "Wir werden den unsichtbaren Feind besiegen."

20. März: Auf die Frage eines Journalisten, welche Botschaft er angesichts wachsender Infektions- und Todeszahlen an besorgte US-Bürger habe: "Ich sage, dass Sie ein furchtbarer Reporter sind."

21. März: Trump preist auf Twitter den Medikamentenmix aus dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und dem Antibiotikum Azythromicin als Corona-Mittel an: "Hydroxychloroquin und Azythromicin zusammen könnten eine der bahnbrechendsten Entwicklungen der Geschichte der Medizin werden." Im April raten die US-Behörden wegen Gesundheitsrisiken vom Einsatz des Medikamentencocktails ab.

22. März: Trump zeigt sich auf Twitter verärgert über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns: "Wir können nicht zulassen, dass das Heilmittel schlimmer ist als das Problem selbst."

23. März: Bei einer Pressekonferenz sagt Trump, Hydroxychloroquin habe eine "echte Chance auf eine enorme Wirkung". "Es wäre ein Geschenk Gottes, wenn es (gegen das Coronavirus) helfen würde."

24. März: Im konservativen Nachrichtensender Fox News: "Ich würde es lieben, das Land bis Ostern wieder geöffnet und in den Startlöchern zu haben." "Ostersonntag, und wir haben vollbesetzte Kirchen im ganzen Land - ich denke, es wäre eine schöne Zeit."

29. März: Im Rosengarten des Weißen Hauses: "Jetzt ist von 2,2 Millionen Toten die Rede (...). Wenn es (letztlich) zwischen 100.000 und 200.000 sind, haben wir alle zusammen einen sehr guten Job gemacht."

17. April: "Befreit Minnesota!", "Befreit Michigan!" "Befreit Virginia": Trump ruft auf Twitter zu Protesten gegen die Ausgangsbeschränkungen in einigen US-Staaten auf.

23. April: Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: "Und dann sehe ich Desinfektionsmittel, das es (das Virus) in einer Minute ausknockt. In einer Minute. Und gibt es einen Weg so etwas zu machen, durch eine Injektion ins Innere oder fast wie eine Säuberung. Denn es gelangt in die Lunge und macht eine unglaubliche Zahl (unklar) auf die Lungen. Es wäre interessant, das zu prüfen."

24. April: Trump geht gegenüber Journalisten auf die Desinfektionsäußerung ein: "Ich habe eine sarkastische Frage an Reporter wie Sie gestellt, nur um zu sehen, was passiert."

18. Mai: Trump sagt vor Journalisten, dass er zum Schutz vor dem Coronavirus seit etwa eineinhalb Wochen vorsorglich Hydroxychloroquin einnehme, weil er es "gut finde". "Ich habe viele gute Geschichten darüber gehört." Zur Vorbeugung nehme er außerdem Zink ein. (APA/AFP)


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