Trump will G-7-Gipfel in Camp David statt als Videokonferenz

Auf Twitter begründete Trump das am Mittwoch damit, dass die USA sich bereits von der Corona-Pandemie erholten. Andere G-7-Staats- und Regierungschefs reagierten zurückhaltend.

Donald Trump will ein persönliches Treffen mit den anderen sechs Staats- und Regierungschefs.
© SAUL LOEB

Washington – US-Präsident Donald Trump will den G-7-Gipfel kommenden Monat nun womöglich doch nicht per Videoübertragung abhalten, sondern in Form eines persönlichen Treffens auf seinem Landsitz Camp David. Auf Twitter begründete Trump das am Mittwoch damit, dass die USA sich bereits von der Corona-Pandemie erholten. Andere G-7-Staats- und Regierungschefs reagierten zurückhaltend.

"Jetzt, wo unser Land zur Großartigkeit zurückkehrt", ziehe er es in Betracht, den G-7-Gipfel doch in Camp David im Bundesstaat Maryland stattfinden zu lassen - "an dem selben oder einem ähnlichen Datum" wie ursprünglich geplant, sagte Trump. Dabei ließ er es aber offen, ob er außer Gesprächen in Camp David auch Zusammenkünfte der G-7 in der US-Hauptstadt Washington in Betracht zieht.

Auch die anderen sechs wichtigsten Industrieländer, zu denen auch Deutschland zählt, hätten nach der Corona-Krise mit "ihrem Comeback begonnen", schrieb der US-Präsident. Ein Gipfel mit persönlicher Teilnahme der Staats- und Regierungschefs wäre aus Trumps Sicht "ein großartiges Zeichen der Normalisierung aller".

Vorsichtige Reaktionen von Merkel, Macron und Trudeau

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz: "In welcher Form auch immer das G-7-Treffen stattfindet – ob als Videokonferenz oder anders –, ich werde auf jeden Fall für den Multilateralismus kämpfen, das ist ganz klar".

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Auf die Nachfrage, ob dies nun bedeute, dass sie bei einer Einladung nach Camp David reisen werde, antwortete die Kanzlerin: "Das Weitere warten wir einfach einmal ab. Ich habe meine Worte mit Bedacht gewählt."

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ließ erklären, dass er zur persönlichen Teilnahme an einem G-7-Gipfel in Camp David bereit sei, "wenn die gesundheitlichen Bedingungen es zulassen". Zuvor hatten Macron und Trump nach Angaben der US-Regierung telefoniert. Kanadas Premierminister Justin Trudeau reagierte zurückhaltend. Wichtig sei zu prüfen, "welche Maßnahmen umgesetzt" würden und was Experten empföhlen, erklärte er.

Mehr als 1,5 Millionen Infektionen nachgewiesen

Im März hatte das Weiße Haus erklärt, wegen der Corona-Pandemie könne der für Juni geplante G-7-Gipfel nicht in Camp David abgehalten werden, sondern müsse durch eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs ersetzt werden.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Dort wurden bereits mehr als 1,5 Millionen Infektionen nachgewiesen, rund 92.000 Infizierte starben. Trump wird vorgeworfen, das neuartige Coronavirus unterschätzt und unzureichend reagiert zu haben.

Der G-7 gehören außer den USA auch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada und Japan an. Die alljährlichen Gipfel richten die Mitgliedsländer abwechselnd aus. (APA/AFP)


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