Bekämpfung der Varroa-Milbe ist erfolgreich: Bienen haben gut überwintert

Nur 15 Prozent Ausfall bei den Völkern in Tirol zeigen: Die Bekämpfung der Varroa-Milbe ist erfolgreich. Nun hofft man auf einen warmen Mai.

Die Bienen haben diesen Winter gut überstanden. Die Ausfälle durch den Erzfeind Varroa-Milbe sind heuer sehr gering.
© zeitungsfoto.at/Liebl Daniel

Von Alexandra Plank

Innsbruck – Durchaus positive Meldungen erhält Reinhard Hetzenauer, Präsident des Tiroler und österreichweiten Imkerverbandes, von den Bienenzüchtern. „Durchschnittlich dürfte der Ausfall bei den heimischen Völkern bei 15 Prozent liegen, das ist sehr niedrig, vor allem da vor der Einschleppung der Varroa-Milbe teilweise natürliche Ausfälle von 10 Prozent zu verzeichnen waren.“

Die seit Beginn der österreichweiten Datenerfassung höchsten Verluste wurden für den Winter 2014/15 gemeldet: Damals überlebten 28,5 Prozent der Völker nicht.

Neben den Wetterbedingungen ist es vor allem die Varroa-Milbe, die den Bienen den Garaus macht. „Wir haben in vielen Kursen und Schulungen vermittelt, wie man dem Parasiten Herr wird, sei es durch Verdampfung etwa von Ameisensäure oder mechanische Maßnahmen“, so Hetzenauer. Mechanisch funktioniert das so, dass der befallene Teil eines Volkes abgetrennt wird und aus dem gesunden Anteil ein neues Volk entsteht.

Vor Weihnachten 2019 herrschte ein Wärmeeinbruch, die Bienen trugen sogar vereinzelt Pollen in die Stöcke ein. Dann befanden sich die Temperaturen im unteren Bereich, sodass die Tiere in ihren Stöcken blieben. „Generell hat der Frühling heuer um etwa drei Wochen früher begonnen, aber die Bienen konnten Nektar eintragen und haben auch die kurzfristige Kälteperiode vor einigen Wochen gut übertaucht.“ Der April sei für die Bienen gut verlaufen, er hoffe, dass ein warmer Mai folgt. Auch während der Corona-Ausgangsbeschränkungen konnten sich die Imker dank einer Regelung mit dem Ministerium um ihre Stöcke kümmern. Zuversichtlich sei man heuer auch bezüglich des Waldhonigs, der 2019 sehr stark ausgelassen habe.

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Auch Spritzmittel bleiben ein Thema. Frankreich setzte einen radikalen Schritt und verbot als erstes Land in Europa alle fünf Pestizide, von denen Forscher glauben, dass sie Insekten töten.

Hetzenauer erklärt dazu, dass in Österreich das Verhältnis von Bauern und Imkern gut sei. „Es geht nicht nur um die Gesundheit der Bienen, sondern auch der Bevölkerung.“ Gerade jungen Bauern sei das bewusst.

Ein Garten für Insekten

Jeder Einzelne kann vor seiner Haustüre dazu beitragen, dass sich Insekten in seinem Garten wohl fühlen.

Anstelle der giftigen Thujenhecken empfehlen die Spezialisten etwa das Pflanzen von einheimischen Gehölzen. Da sind etwa die Vogelbeere oder der Holunder zu nennen.

Naturblumenwiesen sind im Gegensatz zu penibel gepflegten Rasenflächen ein wahres Schlaraffenland für die Insekten. Generell ist Urblumen der Vorzug zu geben, Züchtungen mit gefülltem Blütenstand sind nämlich hinsichtlich des Nektars wesentlich weniger ergiebig.

Besonders attraktiv für Insekten sind auch alle möglichen Gewürze, von Basilikum über Rosmarin bis hin zu Thymian. (pla)


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