Kündigungen vermieden: „Einigung in Deutschland ist positives Zeichen für AUA“

Die AUA braucht weniger Staatshilfe, die Belegschaft schultert einen Krisenbeitrag von 80 Millionen Euro im Jahr. Trotzdem gibt es einen weiteren Ruf nach einer Standortgarantie in Innsbruck.

Symbolfoto.
© APA/ROBERT JAEGER

Wien, Schwechat – Die bevorstehende Einigung zwischen der AUA-Mutter Lufthansa und der deutschen Bundesregierung über die Staatshilfen für die Airline könnte auch den Weg frei machen für eine AUA-Rettung. „Das sind positive Zeichen für die AUA“, sagt Luftfahrtexperte Kurt Hofmann im Gespräch mit der TT. Auch durch die Einigung mit den Mitarbeitern auf Gehaltskürzungen würde der Weg Richtung AUA-Rettung stimmen.

Nach den Bordbeschäftigten hat gestern nämlich auch das Bodenpersonal Gehaltskürzungen zugestimmt. An Bord verzichten die Beschäftigten auf Einkommen zwischen 5,9 und 12,7 Prozent, am Boden zwischen 2 und 15 Prozent. Die temporäre Absenkung der Gagen soll mit Ende der Kurzarbeit im ersten Quartal 2022 beginnen. Die Beschäftigten schultern damit einen Krisenbeitrag von 80 Millionen Euro im Jahr.

Laut dem Kurier ist außerdem die Summe, die die AUA vom Staat als Rettung fordert, von 767 Mio. Euro auf 650 Mio. Euro gesunken.

Regierung arbeitet an "Gesamtpaket"

Für Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) gibt es in einem News-Interview dennoch weiter „mehrere offene Fragen“. Man arbeite an einem Gesamtpaket, das Themen wie „Mehrwert für die Steuerzahler, den Standort, die Arbeitsplätze und den Klimaschutz“ beinhalte. Dabei wird immer wieder eine Verringerung des Kurzstreckenangebots ins Spiel gebracht. Zugleich fordern Bundesländer Standortgarantien für die Regionalflughäfen.

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Der Innsbrucker Gemeinderat hat am Mittwoch, wie berichtet, einen Antrag der Liste „Für Innsbruck“ angenommen: Darin fordert die Stadt die Verhandler auf Bundesebene dazu auf, dass im Falle einer Gewährung von Staatshilfen für die AUA „seitens der Fluglinie auch eine Standortgarantie für den Flughafen Innsbruck abgegeben werden muss“. Diese Garantie müsse „insbesondere die Sicherung des AUA-Stützpunktes und die regelmäßige Anbindung des Innsbrucker Flughafens an die internationalen Luftfahrt-Hubs in Wien und Frankfurt beinhalten“. Laut Hofmann hat Innsbruck dafür gute Karten. „Das ist die lukrativste Inlandsstrecke der AUA. Diese lässt sich auch nicht adäquat durch eine Bahnverbindung ersetzen.“ Insgesamt beschäftigt die AUA am Innsbrucker Flughafen rund 150 Mitarbeiter.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erwartet eine Entscheidung im Verhandlungspoker in den nächsten „Tagen oder Wochen“.

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech glaubt bereits an eine endgültige positive Fortbestandsprognose nach einem weiteren Termin des AUA-Vorstandes mit Wirtschaftsprüfern am 26. Mai. (ecke, md)

Mitarbeiter von Lauda in Warteschleife

Für 300 Laudamotion Mitarbeiter wird es heute ernst. Die österreichische Ryanair-Tochter hat den Arbeitnehmervertretern ein Ultimatum gestellt, das in der Nacht auf heute endete. Ohne neuen Kollektivvertrag, der deutliche Lohnkürzungen vorsieht, wird die Basis von Laudamotion in Wien geschlossen, und zwar Ende Mai. Die Lauda-Mitarbeiter würden in dem Fall heute beim AMS zur Kündigung angemeldet, erklärte das Airline-Management. Die Gewerkschaft hat bisher ihre Unterschrift verweigert. Sie ortet Arbeitsrechtsverstöße. (APA, TT)


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