Passagierflugzeug in Pakistan abgestürzt: Mindestens 80 Tote

In der Nähe der Stadt Karachi ist die Maschine mit rund 100 Menschen an Bord über einem Wohngebiet abgestürzt. Funksprüche deuten auf das Versagen der Triebwerke hin. Mindestens 80 Menschen sind ums Leben gekommen.

Das Flugzeug war im Raum Karatschi über einem Wohngebiet abgestürzt.
© AFP/Asif Hassan

Karachi – Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs in einem dicht besiedelten Wohnviertel der größten pakistanischen Stadt Karachi ist die genaue Zahl der Opfer weiterhin unklar. Die Zahl der bestätigten Toten erhöhte sich nach Angaben der Behörden bis Freitagabend von zuletzt 56 auf mindestens 80.

Unklar war auch, ob es sich dabei zunächst nur um Passagiere des Airbus A320 der Pakistan International Airlines handelte oder etwa auch um Bewohner der bei dem Absturz zerstörten Gebäude. Auch von mindestens drei Überlebenden war die Rede.

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Allein an Bord des Airbus A320 waren nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde 91 Passagiere und acht Crew-Mitglieder. Von der Absturzstelle stieg Rauch auf. Der Rumpf der Maschine lag zwischen Trümmern mehrstöckiger Gebäude. Das aus Lahore kommende Flugzeug war am Nachmittag (Ortszeit) wenige Kilometer vor dem Flughafen beim Landeanflug abgestürzt. Offenbar waren beide Triebwerke ausgefallen.

Fernsehaufnahmen zeigten eine dichte, schwarze Rauchwolke. Krankenwagen fuhren zur Absturzstelle. Das Militär und die Polizei sperrten das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab. Bewohner eilten zur Hilfe und suchten in der Verwüstung nach Überlebenden. Trümmer zerstörter Häuser und Flugzeugteile waren in den engen Straßen verteilt. Die dicht besiedelte Hafenstadt Karachi im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner.

Funksprüche deuten auf Triebwerkversagen hin

Kurz vor dem Absturz habe der Pilot dem Tower technische Probleme der Maschine berichtet, sagte PIA-Chef Arshad Malik. Funksprüche deuteten auf ein Versagen der Triebwerke der Maschine hin.

Eine Aufzeichnung dieses Funkverkehrs zwischen Pilot und Tower wurde auf der Beobachtungs-Website liveatc.net veröffentlicht. Demnach versucht der Pilot zwei Mal zu landen. Den ersten Versuch bricht er ab. Er fliegt eine Kehre und versucht erneut, zur Landung anzusetzen. Ein Fluglotse sagt dem Piloten, er drehe offenbar nach links und komme vom Kurs ab. Der Pilot antwortet: "Wir drehen um, Sir, die Triebwerke sind ausgefallen." Der Fluglotse gibt zwei Landebahnen für die Maschine frei.

Zwölf Sekunden später setzt der Pilot einen Notruf ab: "Mayday, Mayday, Mayday!" Erneut sagt der Lotse, zwei Landebahnen seien frei. Dann bricht die Verbindung ab. Ein Augenzeuge berichtete, das Flugzeug habe zuerst einen Mobilfunkmast gerammt, dann sei es über den Häusern wenige Kilometer vor dem Flughafen abgestürzt.

An Bord der Maschine waren rund 100 Menschen.
© AFP/Asif Hassan

Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 sei auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karachi gewesen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an. Auch der deutsche Botschafter in Pakistan, Bernhard Schlagheck, drückte den Opfern der Familien sein Beileid aus.

Erneute Aufnahme des Flugverkehrs erst vor einer Woche

Der Luftfahrtkonzertn Airbus teilte mit: "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen." Weiter hieß es: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen Airbus keine bestätigten Informationen über die Umstände des Unfalls vor."

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt.

Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Absturz einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft PIA mit rund 50 Toten. 2012 starben 127 Menschen beim Absturz einer Maschine einer kleinen privaten Airline auf dem Weg von Karachi nach Islamabad. Im Jahr 2010 stürzte ein Airbus vor der Landung in der Hauptstadt Islamabad ab, alle 152 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. (APA/dpa/Reuters)


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