Leiche identifiziert: Mutmaßlicher Haupttäter des Völkermords von Ruanda tot

Ein mutmaßlicher Haupttäter des Völkermordes an Tutsi und gemäßigten Hutu in Ruanda ist tot. Wie die Obduktion einer Leiche zeigte, starb der Mann vermutlich bereits vor 20 Jahren. Der Körper war in einem Grab im Kongo gefunden worden.

Halle im Tribunal für Ruanda in Arusha, Tansania.
© NICHOLE SOBECKI

Den Haag – Einer der Hauptverdächtigen für den Völkermord in Ruanda 1994 ist tot. Die Leiche des früheren Verteidigungsministers Augustin Bizimana sei nun eindeutig identifiziert worden, bestätigte der Chefankläger des UNO-Tribunals zu Ruanda, Serge Brammertz, am Freitag in Den Haag. Bizimana ist vermutlich bereits seit 20 Jahren tot.

Erst vor knapp einer Woche war ein anderer Drahtzieher der Massenmorde in Paris festgenommen worden. Der 84-jährige Geschäftsmann Felicien Kabuga gilt als der Finanzier des Völkermordes an mindestens 800.000 Tutsis und gemäßigten Hutus vor mehr als 25 Jahren. Er soll an das UNO-Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden.

Bizimana wurde als einer der Befehlshaber des Völkermordes seit 1998 steckbrieflich gesucht. Er soll auch für die Ermordung der Ministerpräsidentin Agathe Uwilingiyimana und von zehn belgischen UNO-Friedenssoldaten verantwortlich gewesen sein. Seine Leiche war nach Angaben des Gerichts in einem Grab in der Republik Kongo gefunden und von internationalen forensischen Experten identifiziert worden. Er sei vermutlich bereits seit 20 Jahren tot. (APA, dpa)

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