Datenschutzbeauftragter warnt vor Videokonferenz-Anbieter Zoom

Ulrich Kelber, oberster Datenschützer in Deutschland, rät von dem beliebten Anbieter dringend ab, vor allem wenn personenbezogene Daten im Spiel sind. Es gebe bei Zoom keine Verschlüsselung.

Die Inhalte der Kommunikation liegen unverschlüsselt auf dem Server von Zoom.
© OLIVIER DOULIERY

Düsseldorf – Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor der Nutzung des gerade während der Coronakrise beliebten Videokonferenz-Anbieters Zoom gewarnt. "Derzeit gibt es keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das heißt: Die Inhalte der Kommunikation liegen unverschlüsselt auf dem Server des Anbieters", sagte Kelber dem Handelsblatt laut Vorabmeldung vom Sonntag.

"Damit ist von dieser Kommunikationsform abzuraten, wenn personenbezogene Daten im Spiel sind. Es sollten dann alternative Plattformen gewählt werden, wo eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantiert ist."

Häufig bei Home-Office und Home-Schooling im Einsatz

Kritisch sieht Kelber nach eigenen Worten in diesem Zusammenhang, dass infolge der Coronakrise im Home-Office oder beim Home-Schooling oft Anwendungen wie Zoom zum Einsatz kommen. "Wichtig ist es, solche technische Lösungen zu verwenden ohne Datensicherheit oder Datenschutz zu gefährden", sagte er dem Blatt. Es gebe aber datenschutzfreundlichere Produkte.

"Aus Bequemlichkeitsgründen werden aber leider oft die bekannten Angebote genutzt, selbst wenn diese aus Datenschutzsicht mangelhaft sind", sagte Kelber. "Ich erwarte von Behörden und großen Firmen, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern, genau hinzusehen, wofür sie sich entscheiden." Es gebe immer eine Alternative, "die die Vertraulichkeit der Kommunikation sichert und deren Nutzung man nicht mit seinen Daten oder Metadaten bezahlt". (APA/AFP)


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