Empfehlungen, Regeln, Besucherbremse: Tirols Bäder sind bereit für Saisonstart

Unter besonderen Vorzeichen starten am Freitag die Freibäder in die Saison. Dabei werden eine Reihe von Sicherheitsregeln gelten - wie beispielsweise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Räumen. Ebenfalls wird die maximale Badegast­anzahl deutlich eingeschränkt. Zehn Quadratmeter Liegefläche pro Besucher ist laut Gesundheitsministerium aber eine Empfehlung, keine Vorschrift.

Letzte Vorbereitungen: Sabine Karbon prüft im Innsbrucker Freibad Tivoli die Wasserqualität. Auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielt, öffnen morgen die meisten Badeanlagen in Tirol ihre Pforten
© Vanessa Rachlé

Innsbruck - Wer zuerst kommt, schwimmt zuerst. Dieses Motto gilt ab morgen in zahlreichen Freibädern des Landes. Denn zum Corona-bedingt verspäteten Beginn der heurigen Badesaison sind Reservierungssysteme für die reduzierten Besucherkontingente entweder noch in Entwicklung oder überhaupt nicht angedacht.

Wie berichtet gehen die Bäderbetreiber davon aus, dass pro Badegast zehn Quadratmeter Liegefläche zur Verfügung stehen müssen und beziehen sich dabei auf Vorab-Informationen aus dem Gesundheitsministerium.

📽 Video | Diese Regeln gelten im heurigen Badesommer

Seit Mittwoch liegt die entsprechende Verordnung zu den nächsten Lockerungen offiziell vor, ein Gäste-Kontingent für die Freibäder scheint dabei jedoch nicht auf. Auf Nachfrage heißt es dazu aus dem Ministerium, dass die Betreiber von Bädern angehalten seien, den Badebetrieb so zu gestalten, "dass auf die besonderen Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19 Rücksicht genommen werden kann".

Dazu würden etwa die Abstandsregel sowie regelmäßiges und gründliches Reinigen zählen. Als zusätzliche Unterstützung für Betreiber und Badegäste wurden außerdem weitere Empfehlungen erarbeitet. Darin finde sich auch als Maßgabe, möglichst zehn Quadratmeter Liegefläche bzw. sechs Quadratmeter Beckenfläche pro Person vorzusehen.

"Hierbei handelt es sich um Empfehlungen und keine zwingenden Vorgaben", betont eine Ministeriums-Sprecherin.

Nur mehr 3000 Besucher im Tivoli-Freibad erlaubt

Ob nun Empfehlung oder Vorschrift - bei den Bädern hat man sich jedenfalls darauf eingestellt, heuer deutlich weniger Badegäste einzulassen als üblich. Statt maximal 8000 Besucher sind etwa im Innsbrucker Tivoli-Freibad täglich nur 3000 erlaubt. Ein Online-Reservierungssystem für Platzkarten an Spitzentagen ist in Arbeit, aktuell können diese an den Kassen bis zu drei Tage im Voraus erworben werden.

Das Schwimmbad Wattens hat eine Besucherobergrenze von 1400 festgelegt, wobei hier im Gegensatz zum Tivoli-Freibad die Drehkreuze auch jene zählen, die das Bad wieder verlassen und damit Platz für neue Badegäste schaffen.

Ins Freibad in Hall werden heuer täglich maximal 1500 Badegäste eingelassen.
© Hall AG

In Pfunds rechnet man damit, bis zu 500 Personen ins Gemeinde-Freibad lassen zu können und damit gut durch die Badesaison zu kommen.

In Kufstein wurden die maximalen Besucherzahlen für das Freibad mit 1000, für den Hechtsee mit 800 Personen festgelegt. Die Anzahl der Badegäste wird alle 30 Minuten auf der Homepage der Stadt aktualisiert. Bis Ende Juni werden außerdem keine Einzeleintritte verkauft, da die Kontingente mit Dauerkarten, Punktekarten und KufsteinCard ausgeschöpft sind.

Das sind die Empfehlungen und Regeln für Freibäder

🔁 Es gibt eine maximale Anzahl an Badegästen, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten dürfen. In Freibädern werden zehn Quadratmeter Liegefläche pro Person als Bemessungskriterium empfohlen.

🚪 Vor Ein- und Ausgängen, Kassenbereich und Verkaufsstellen müssen die Betreiber Abstandsmarkierungen in einer Distanz von mindestens einem Meter anbringen.

😷 In Innenräumen (etwa in Sanitäranlagen) gilt eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.

🩱 In Sammelumkleiden ist ein Abstand von zumindest einem Meter einzuhalten. Dafür müssen eventuell Kästchen limitiert werden.

🚿 Auch in Duschen gilt ein Mindestabstand von einem Meter.

📃 Informationen für Badegäste sind an gut sichtbaren Stellen in der Badeanlage auszuhängen, um sie über Mindestabstandsregeln, MNS-Verwendung und Händewaschen zu informieren.

📏Vor Rutschen, sonstigen Attraktionen und Sprungtürmen mit Wartezeiten sind am Boden Abstandsmarkierungen mit einem Abstand von mindestens einem Meter anzubringen. Es soll verhindert werden, dass Personen gedrängt am Aufstieg oder auf den Plattformen stehen.

🏊‍♀️ Die Maximalanzahl an Personen, die sich gleichzeitig in einem Becken befinden dürfen, muss ausgeschildert sein – inklusive Hinweis auf die Abstandsregel von ein bis zwei Metern zwischen den Badenden. Die Empfehlung liegt bei sechs Quadratmeter pro Person.

➡ Zu- und Abgänge sowie die Wegstrecken am Steg und Einstiegsstellen in das Wasser sind freizuhalten.

⛱ Zwischen den einzelnen Liegen ist ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, außer es handelt sich um Personen aus einem gemeinsamen Haushalt. Die Zahl der Liegen muss entsprechend reduziert werden.

🎫 Der Kartenvorverkauf soll möglichst über das Internet oder sonstige Vorverkaufsstellen erfolgen, damit nur möglichst wenige Karten vor Ort gekauft werden müssen.

© APA


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