Red Bull Salzburg und die mit Abstand außergewöhnlichste Siegesfeier

Das Cup-Finale 2020 zwischen Red Bull Salzburg und Austria Lustenau wird noch lange in Erinnerung bleiben. Das aber nicht wegen dem Ausgang des Spiels, das mit einem überaus deutlichen 5:0-Sieg für den großen Favoriten aus der Mozartstadt das erwartete Ergebnis brachte. Das Spezielle daran waren die Begleiterscheinungen, die es aufgrund der Coronavirus-Pandemie für alle Akteure umzusetzen galt.

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Titelparty in Zeiten von Corona: Salzburg achtete penibel auf die Einhaltung der Abstandsregel. Selbst am Siegespodest ...
© ERWIN SCHERIAU

Klagenfurt – Im ersten Pflichtspiel in Österreich nach mehr als zweimonatiger Corona-Pause waren alle sehr bemüht, das ausgearbeitete Präventionskonzept bestens umzusetzen. Hilfreich war dabei, dass mit Salzburg der Favorit schnell die Weichen für den Sieg stellte und eine Sensation ausblieb. Die "Bullen"-Kicker waren beim Torjubel darauf bedacht, sich nicht in die Arme zu fallen, der eine oder andere kurze Tätschler blieb die Ausnahme. Auf der Bank gab es den während der Partie kein Abklatschen, Jesse Marsch und Co. freuten sich sehr zurückhaltend, "klatschten" mit den Unterarmen oder den Ellbogen ab.

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Die Cup-Trophäe musste sich Salzburgs Kapitän diesmal selbst holen. ÖFB-Boss Windtner gratulierte mit Abstand.
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Auch nach Schlusspfiff und nach dem Überstreifen der von Salzburg vorbereiteten Cupsieger-T-Shirts wurde bei der offiziellen Siegerehrung auf die Abstandsregeln Wert gelegt. Jeder Spieler musste sich die Medaillen für die Verlierer und Sieger selbst von einem Tisch abholen. Die mit Mund-Nasen-Schutz ausgestatteten ÖFB-Präsident Leo Windtner und der Cup-Komitee-Vorsitzende Robert Sedlacek klatschten dahinter Beifall genauso wie die kleinen Delegationen der Clubs und vom ÖFB auf der Tribüne.

Bevor Kapitän Andreas Ulmer den Pokal an sich nahm, klatschte er mit der Faust mit Windtner ab. Die Trophäe wurde nach dem offiziellen Siegerfoto der Reihe nach von Akteur zu Akteur weitergereicht und jeweils mit lautstarken Jubelschreien in die Höhe gestemmt. Viel mehr gab es nicht zu sehen - die "Bullen" setzten die Vorgabe des verhaltenen Jubels wie zuvor besprochen um. Nach weniger als einer halben Stunde war der Spuk im leeren 30.000er-Stadion vorbei, die Spieler in den Katakomben verschwunden.

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Schon zuvor war die Situation gewöhnungsbedürftig, etwa als der Stadionsprecher die Aufstellungen der beiden Teams ohne Anwesenheit von Fans vorlas. Vor Beginn der Partie liefen die Salzburger der Reihe nach zuerst ein, ehe die Lustenauer folgten. Bei der Bundeshymne standen die Kicker versetzt auf dem Feld. Während dem Spiel kümmerte sich eine Handvoll Personen darum, die Bälle wieder einzusammeln und regelmäßig zu desinfizieren.

Fairplay-Preis an Salzburg, Torjägerkrone für Ronivaldo

Neben ihrem siebenten Cuptitel holten die Salzburger auch jenen fürs Fair-Play. Der Betrag von 10.000 Euro wird zweckgebunden für Aktionen und Projekte im Bereich Fair-Play und Anti-Rassismus an den siegreichen Verein ausgeschüttet. Einen Titel nahmen aber auch die zerknirschten Lustenauer mit nach Hause - der Brasilianer Ronivaldo sicherte sich die Torjägerkrone. (APA)


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