Kunstwerk in den Inn geworfen: 43-Jährige stellte sich nach TT-Artikel

Im November wurde ein Werk des Aktivisten Chris Moser in Innsbruck in den Inn geworfen. Ein TT-Bericht über die Verurteilung des Gemeinderats Gerald Depaoli dürfte die mutmaßliche Täterin nun zum Geständnis bewogen haben.

Das Kunstwerk von Chris Moser wurde im November zerstört.
© Moser

Innsbruck – Ein halbes Jahr nach der Tat scheint der Fall um die mutwillige Zerstörung eines Kunstwerks in Innsbruck geklärt.

Es war im vergangenen November, als zunächst Unbekannte das Werk des Tierschutzaktivisten Chris Moser mit dem Titel „Kapitalismus tötet“ vom Waltherpark in den Inn warfen. Bei dem Kunstwerk handelte es sich um eine Puppe aus Pappmaché mit einem Strick um den Hals.

Ein Artikel in der Tiroler Tageszeitung hat nun offenbar die mutmaßliche Täterin dazu bewogen, sich zu stellen. Sonntagfrüh kam die Frau in die Polizeiinspektion Hötting und übergab den Beamten einen Ausschnitt der Samstagsausgabe, in dem über die Verurteilung des Gemeinderats Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck) wegen der Gutheißung der Tat berichtet wurde.

Die 43-Jährige gab laut Polizei zu, dass sie es gewesen sei, die die Puppe damals in den Inn geworfen habe. Die wohnungslose Frau gab demnach zu Protokoll, dass die Tat nicht politisch motiviert gewesen sei.

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Depaoli begrüßte Zerstörung des Kunstwerks

Der Fall hatte im November auch politisch Wellen geschlagen. Grund war Gemeinderat Depaoli, der die Zerstörung des Kunstwerks in einem Facebook-Video explizit guthieß und der damals noch unbekannten Täterin „herzlich" dankte. „Alle Achtung, dass jemand die Courage hat zu sagen, mit diesem Multikulti-Glumpert können wir nicht umgehen und das muss schleunigst weg", so Depaoli damals. In Konsequenz flog der Gemeinderat aus dem städtischen Kulturausschuss.

Am vergangenen Freitag wurde der Gemeinderat wegen Gutheißung einer Straftat zu 2000 Euro Geldstrafe (die Hälfte bedingt) verurteilt. Depaoli hat bereits Rechtsmittel gegen die Entscheidung angekündigt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. (TT.com)


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