Gut zu wissen: Diese Regeln gelten heuer auf Hütten und am Berg

Seit Freitag sind Übernachtungen auf Österreich Hütten wieder möglich. Bergsportler müssen dabei jedoch bestimmte Regeln befolgen und beispielsweise ihren eigenen Schlafsack mitbringen. Generell gelten im Bergsommer 2020 wegen der Corona-Pandemie neue Grundregeln. Ein Überblick.

Auch am Berg gelten heuer andere Spielregeln.
© Martin Edlinger

Innsbruck – Nachdem vor zwei Wochen die ersten Hütten ihren Gastronomiebetrieb wieder aufgenommen haben, ging der Bergsommer am gestrigen Freitag so richtig los: Seit 29. Mai sind Nächtigungen auf alpinen Hütten wieder erlaubt.

Doch auch am Berg gelten in Zeiten von Corona andere Spielregeln. Generell gelten für die rund 440 alpinen Hütten die gleichen Regelungen wie für Beherbergungsbetriebe im Tal. Allerdings müssen Bergsportler bei Hüttenübernachtungen einige zusätzliche Punkte beachten:

Regeln zur Übernachtung in Hütten

  • Hütten nur in gesundem Zustand besuchen.
  • Eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen.
  • Übernachtungsplätze müssen reserviert werden – ohne Reservierung kein Schlafplatz.
  • Nächtigung nur mit eigenem Schlafsack (leichter Daunen- oder Sommer-Schlafsack, kein Hüttenschlafsack!) und Polsterbezug.
  • Falls in Schlaflagern keine räumlichen Trennungen eingerichtet werden können, muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen eingehalten werden.

Die Regen wurden vom Österreichischen Alpenverein, den Naturfreunden und dem Österreichischen Touristenklub mit Unterstützung des Deutschen Alpenvereins ausgearbeitet.

Im Schlaflager auf der Lizumerhütte wurden Trennwände eingebaut.
© Romed Giner

🗻❗ Acht Grundregeln für Bergsportler

Um das Infektionsrisiko am Berg generell zu minimieren, haben die Naturfreunde in Zusammenarbeit mit dem Verband alpiner Vereine Österreichs Leitlinien für Bergsportler ausgearbeitet. Entstanden sind acht Grundregeln:

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8 Grundregeln für den Bergsport

1. Risikobereitschaft zurücknehmen. Bei alpinen Unternehmungen unterhalb der persönlichen Leistungsgrenze bleiben. Die coronabedingten Risiken und Erschwernisse bei Rettungseinsätzen bedenken. Mehr denn je gilt: Nur gesund in die Berge!

2. Mindestabstand einhalten. Generell ist ein Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Wenn dieser in Ausnahmefällen unterschritten werden muss, Mund-Nasen-Schutz verwenden. Bestimmte Aktivitäten (z. B. Mountainbike) können auch größere Abstände erfordern (siehe unten).

3. Bergsport in Kleingruppen bevorzugen. Je größer die Gruppe, desto schwieriger wird es, Abstand zu halten. Stark frequentierte Touren und Plätze meiden.

4. Gewohnte Rituale unterlassen. Dazu zählen z.B. Händeschütteln, Umarmungen, "Gipfelbussi", Trinkflasche anderen anbieten etc.

5. Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen. Neben der allgemeinen Notfallausrüstung gehören Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel für die nächste Zeit in den Rucksack.

6. Im Notfall wie immer. Als Ersthelfer nach den allgemein üblichen Erste-Hilfe-Richtlinien vorgehen und zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz verwenden.

7. Mund-Nasen-Schutz bei Fahrgemeinschaften. Zudem dürfen in jeder Sitzreihe einschließlich dem Lenker nur zwei Personen befördert werden. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bevorzugen.

8. Hüttenregeln beachten. Details siehe weiter oben.

Die acht Grundregeln, die für Bergwandern, Bergsteigen, Skitouren und Schneeschuhwandern gelten, wurden um sportartspezifische Empfehlungen für die alpinen Kernsportarten ergänzt:

🧗‍♀️ Klettersport

Sportklettern (Klettergärten) und Bouldern (Outdoor)

  • Umsetzen der Grundregeln.
  • Regelmäßiges Desinfizieren der Hände.
  • Das Seil beim Klippen nicht in den Mund nehmen.
  • Die eigene Ausrüstung verwenden: Expressschlingen, Sicherungsgerät, Seil.
  • Partnercheck: Hier kann der Abstand von 1 Meter kurzfristig unterschritten werden, da dies aus Sicherheitsgründen erforderlich ist.
  • Spotten mit Mund-Nasen-Schutz und anschließender Desinfektion der Hände.

Klettersteig

  • Umsetzen der Grundregeln.
  • Partnercheck: Hier kann der Abstand von 1 Meter kurzfristig unterschritten werden, da dies aus Sicherheitsgründen erforderlich ist.
  • Verzicht, wenn bereits mehrere am Steig unterwegs und Staus absehbar sind.
  • Geschwindigkeit so wählen, dass man nicht auf andere Personen aufläuft.
  • Klettersteige nicht in der Gegenrichtung begehen.
  • Klettersteig-Handschuhe verwenden.

Mehrseillängen, Alpinklettern und Hochtouren

  • Umsetzen der Grundregeln.
  • Maximal eine Seilschaft am Standplatz.
  • Partnercheck: Hier kann der Abstand von 1 Meter kurzfristig unterschritten werden, da dies aus Sicherheitsgründen erforderlich ist.
  • Hände desinfizieren vor und nach einer Klettertour.

🚵‍♀ Radsport

Mountainbike und Tourenrad

  • Umsetzen der Grundregeln.
  • Höhere Geschwindigkeiten erfordern größere Abstände beim Hintereinanderfahren: 2 Meter bergauf, 20 Meter bergab und in der Ebene.
  • Wenn überholen, dann rasch und mit einem seitlichen Mindestabstand von 2 Metern.

(TT.com)


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