Alte Skandale, neue Vorwürfe: Es gibt kein Comeback für Prinz Andrew

Mit seinem berüchtigten BBC-Interview hat sich Prinz Andrew letztes Jahr aus seinen royalen Ämtern ins gesellschaftliche Abseits manövriert. Eine neue Serie bekräftigt nun die Missbrauchsvorwürfe gegen den Sohn der Queen. Es ist jedoch nicht der einzige Skandal, der die royale Zukunft des 60-Jährigen so unwahrscheinlich macht.

Der „Rohrkrepierer" unter den Monarchen: Prinz Andrew.
© APA/EPA/ BOTT

London – Prinz Andrew soll seine royalen Pflichten „niemals" wieder aufnehmen können. Das soll die britische Königsfamilie beschlossen haben, wie die Sunday Times berichtet. Der Sohn von Queen Elizabeth II. war im November 2019 „auf absehbare Zeit" von seinen royalen Ämtern zurückgetreten, nachdem er durch seine Verbindungen zu dem verurteilten pädophilen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schwer belastet wurde.

Statt Licht ins Dunkel zu bringen, hatte sich der Prinz in einem BBC-Interview in Widersprüche verstrickt und bizarre Argumente angeführt, warum das vermeintliche Opfer die Unwahrheit sagen muss. Außerdem gibt es neue Anschuldigungen. Laut der Sunday Times wird am königlichen Hof nicht erwartet, dass das angebliche Lieblingskind der Queen wieder auf die öffentliche Bühne trete. Die Monarchin habe „keine Pläne, ihre Position zu überprüfen".

Virginia Roberts Guiffre, eines von Epsteins vermeintlichen Opfern, behauptet, sie habe mehrmals mit Prinz Andrew schlafen müssen. Beim ersten Mal sei sie gerade mal 17 Jahre alt gewesen. Der britische Royal streitet die Vorwürfe allesamt ab. In der vor Kurzem veröffentlichten vierteiligen Netflix-Dokuserie „Jeffrey Epstein: Stinkreich" werden die Anschuldigungen erneuert. Die heute 36-Jährige schildert ihre erste Begegnung mit dem britischen Prinzen, wie sie gemeinsam in einem Club tanzten und er sie „vollgeschwitzt" habe.

„Vielleicht hat er etwas zu verbergen"

Zudem kommt in der Doku ein ehemaliger Angestellter von Epstein auf dessen Privatinsel Little Saint James in der Karibik zu Wort. Er erzählt, er habe Andrew gemeinsam mit Roberts Guiffre auf der Insel am Pool des Anwesens gesehen. Die beiden hätten eng umschlungen eine Art Petting als Vorspiel vollführt. Dabei soll die damals Minderjährige lediglich ein Bikinihöschen getragen haben, das Oberteil fehlte.

In einem Interview mit dem britischen Mirror äußerte sich jüngst auch ein ehemaliger Butler von Epstein zu Prinz Andrew. Der britische Royal sollte mit dem FBI kooperieren, so Juan Alessi. „Vielleicht hat er etwas zu verbergen. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was darüber hinaus passiert ist", so der ehemalige Epstein-Angestellte. Juan Alessi hatte zuvor bereits zu Protokoll gegeben, dass Prinz Andrew zu den regulären Gästen auf Epsteins Privatinsel zählte. Er habe dabei täglich Massagen genossen.

Dem Mirror sagte der heute 70-Jährige nun, dass er Andrew zweimal auf der Insel angetroffen habe. Der Prinz sei „ein absoluter Gentleman" gewesen. Er habe ihn aber „niemals mit Mädchen gesehen", auch nicht mit Virginia Roberts Guiffre. Außerdem habe er ihn niemals nackt oder bei einer Massage gesehen. Der Queen-Sohn sei der einzige Besucher gewesen, der stets ein Trinkgeld hinterlassen habe.

Der Prinz hat Schulden

Trotz seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit gibt es jedoch weitere Vorwürfe, die Prinz Andrew schwer belasten. So berichtete die Financial Times kürzlich, dass seine ehemalige Privatsekretärin Amanda Thirsk über den Prince Andrew Charitable Trust mehr als 300.000 britische Pfund erhalten haben soll, auf die sie keinen Anspruch hatte.

Zudem wurden der 60-Jährige und seine Ex-Frau Sarah Ferguson von einer ehemaliger Freundin wegen etwa sechs Millionen Pfund verklagt, die sie ihr angeblich schulden. 2014 hatten sie Isabelle Bourlon de Rouvres Ski-Chalet im Schweizer Ferienort Verbier für etwa 13 Millionen Pfund gekauft, aber offenbar nicht den ausgemachten Preis bezahlt.

Der Skandal macht ihn nicht unbedingt beliebter bei den Briten. Auch von seiner Mutter wird er in dem Fall keine Hilfe erwarten können. Ein Sprecher des Prinzen bestätigte am heutigen Montag: „Die Königin wird nicht eingreifen, um die Schulden zu begleichen. Das Chalet ist derzeit auf dem Markt und es wird erwartet, dass durch seinen Verkauf alle ausstehenden Schulden beglichen werden können."

Wie der Prinz die Rechnung sonst begleichen sollte, ist unklar. Laut Quellen aus dem Buckingham Palast gilt Andrew als „Rohrkrepierer", dessen Anwesenheit jetzt „giftig" ist. Er hat bereits die meisten seiner gemeinnützigen Verpflichtungen aufgegeben, viele Initiativen unter seiner Schirmherrschaft haben nach dem BBC-Interview die Verbindung zu ihm abgebrochen. (spot)


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