0:5-Debakel beim Neustart: WSG Tirol Tabellen-Schlusslicht

Den Auftakt nach der Corona-Zwangspause hatten sich alle Beteiligten bei der WSG Tirol ganz anders vorgestellt. In Abwesenheit des verletzten Cheftrainers Thomas Silberberger (Motorradunfall) setzte es am Dienstag im Heimspiel gegen das bisherige Schlusslicht SKN St. Pölten eine deutliche 0:5-Niederlage.

Stefan Maierhofer und Co. wurden von St. Pölten unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – Beim Neustart der Bundesliga setzte es für die WSG am Dienstagabend gleich einen ordentlichen Dämpfer. Die Tiroler mussten sich im Heimspiel im Tivoli dem Abstiegskonkurrenten SKN St. Pölten deutlich 0:5 geschlagen geben. Durch die Niederlage im ersten von zehn Geisterspielen der Qualifikationsrunde rutschten die Wattener ans Tabellenende ab.

Bereits nach 15 Minuten lagen die Tiroler im ersten Heimspiel nach der rund dreimonatigen Corona-Zwangspause 0:3 hinten. Kofi Schulz (6.) und Cory Burke (10., 15.) nutzten teils haarsträubende Fehler von Fabian Koch und Stefan Hager eiskalt aus.

Cory Burke war von der WSG-Defensive nicht zu halten und schnürte einen Dreierpack.
© EXPA/JOHANN GRODER

Nach dem Seitenwechsel führte Verteidiger Bruno Soares die WSG-Fehlerkette munter weiter und ermöglichte Burke so den Dreierpack (55.). Spätestens nach dem 0:4 war das Spiel endgültig gelaufen. Christoph Messerer erhöhte gar auf 0:5 (76.).

Die WSG Tirol musste am Dienstag ohne Trainer Thomas Silberberger auskommen, der sich bei einem Motorradunfall am Wochenende schwer am rechten Bein verletzt hatte und nach zwei Operationen auf unbestimmte Zeit ausfällt. An seiner Stelle saßen Sportmanager Stefan Köck und Co-Trainer Martin Svejnoha auf der Wattener Bank. Die erstmalige Möglichkeit, fünf Spieler in einer Partie auszuwechseln, verpuffte dabei ebenso wirkungslos wie die motivierenden Worte vom Spielfeldrand.

⚽ Bundesliga, Qualifikationsgruppe - 1. Spieltag

WSG Tirol - SKN St. Pölten 0:5 (0:3)

  • Tore: Schulz (6.), Burke (10., 15., 55.), Messerer (76.)

SV Mattersburg - SCR Altach 1:1 (1:1)

  • Tore: Jano (20.) bzw. Schreiner (16.)

Austria Wien - Admira Wacker 1:0 (0:0)

  • Tor: Fitz (67.)

Ex-FC-Tirol-Spieler Robert Ibertsberger feierte unterdessen ein historisches Debüt: Ein Sieg beim ersten Auftritt als SKN-Betreuer war zuvor noch keinem Übungsleiter bei den "Wölfen" gelungen. Der 43-Jährige hatte das Amt bei den Niederösterreichern unmittelbar vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie und der Unterbrechung der Meisterschaft Anfang März übernommen.

Austria übernahm Führung in der Qualifikationsgruppe

In den weiteren Spielen am Dienstagabend trennten sich Mattersburg und Altach 1:1-Unentschieden. Die Austria besiegte die Admira zuhause durch ein Fitz-Tor 1:0 und übernahm die Führung in der Qualifikationsgruppe. (pim)

🎤 Reaktionen zum Spiel WSG Tirol - St. Pölten

  • Stefan Köck (Sportdirektor WSG Tirol): "Eine Riesen-Enttäuschung, das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Natürlich war das ein ganz schlechter Start durch individuelle Fehler. Trotzdem hätten wir noch 80 Minuten gehabt, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Aber wir haben heute nichts von dem auf den Platz gebracht, was wir uns erwartet und vorgenommen haben. Aggressivität, Zweikampf, Sprintvermögen - alles zu behäbig. So kann man nicht Fußball spielen, so kann man kein Spiel gewinnen. Ich hoffe, das war die Watsch'n zur rechten Zeit. Ich hätte sie mir allerdings lieber erspart."
  • Stefan Hager (WSG-Abwehrspieler, der bereits in der 37. Minute ausgewechselt wurde): "Wir haben uns das heute natürlich ganz anders vorgestellt. Bitter, dass wir so schnelle Gegentore bekommen haben, die wir uns teilweise selber geschossen haben. Jetzt können wir es eh nicht mehr ändern und müssen uns fürs nächste Spiel aufrichten. Da bleibt nicht viel Zeit, aber wir werden es besser machen."
  • Robert Ibertsberger (SKN-Trainer): "Großes Kompliment an meine Mannschaft, wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, sehr gut umgesetzt. Ein paar Dinge müssen wir noch verbessern, aber auf diese Leistung lässt sich aufbauen."
  • Cory Burke (dreifacher Torschütze): "Ich bin sehr glücklich, dass ich nach so langer Zeit wieder auf dem Platz gestanden bin und dem Team helfen konnte. Für uns ist das natürlich ein Traumstart, jetzt gilt es diesen Schwung mitzunehmen. Meinen Hattrick widme ich meiner Familie."

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