"Black Lives Matter": Proteste in London, Johnson zeigt Verständnis

Tausende Menschen haben sich auch in London solidarisch gezeigt mit den Protesten in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach Polizeigewalt. Einige hielten Plakate in die Höhe mit Aufschriften wie "Großbritannien ist nicht unschuldig: weniger rassistisch ist immer noch rassistisch".

Demonstranten in London.
© DANIEL LEAL-OLIVAS

London – Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat den tödlichen Polizeieinsatz gegen den Afroamerikaner George Floyd in den USA scharf verurteilt. "Was in den Vereinigten Staaten passiert ist, war entsetzlich und unverzeihlich", sagte Johnson am Mittwoch im Parlament. Seine Botschaft an US-Präsident Donald Trump sei, dass "rassistische Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft" haben dürfe.

Vor den Abgeordneten äußerte Johnson Verständnis für die Proteste in den USA. Zugleich forderte er die Demonstranten auf, sich "gesetzeskonform und vernünftig" zu verhalten. Auf Nachfragen, ob er mit US-Präsident Donald Trump über den Fall gesprochen habe, ging Johnson nicht ein.

Johnson und Trump wird ein gutes Verhältnis nachgesagt. Derzeit befinden sich die USA und Großbritannien in Verhandlungen über ihre Handelsbeziehungen nach dem Brexit.

In einer Pressekonferenz fügte Johnson später hinzu, er sei "angeekelt und entsetzt" angesichts des Todes von Floyd. Seine Botschaft an Trump "und jeden in den Vereinigten Staaten" sei, dass "Rassismus und rassistische Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf", sagte der konservative Premierminister. Er sei sich sicher, dass die "überwältigende Mehrheit der Menschen in der Welt" diese Sichtweise teile.

Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen Johnsons zum Tod des 46-jährigen Floyd, der am Montag vergangener Woche bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden war. Floyds Tod löste eine Welle von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA aus.

Auch in London gingen am Mittwoch erneut zahlreiche Menschen auf die Straße, um auf die Polizeigewalt in den USA aufmerksam zu machen. Demonstranten im Hyde Park hielten Schilder mit Aufschriften wie "Genug ist Genug" und "Gerechtigkeit für George Floyd" in die Höhe. Auch der aus der "Star-Wars"-Reihe bekannte Schauspieler John Boyega beteiligte sich an der Protestaktion. In einer emotionalen Rede rief er dazu auf, friedlich zu demonstrieren. "Wir können alle dazu beitragen, diese Welt besser zu machen", sagte Boyega. Bereits am Wochenende hatte es in mehreren britischen Städten Demonstrationen gegen Rassismus gegeben. (APA, Reuters)


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