Anhörung vor dem CAS: Manchester City will Europapokal-Sperre verhindern

Manchester City drohen nach der UEFA-Sperre zwei Jahre ohne die prestigeträchtige Champions League. Der Verein legte beim Internationalen Sportgerichtshof Einspruch ein. Am Montag beginnt die Anhörung, deren Ausgang Signalwirkung für den Fußball haben dürfte.

Sollte der Einspruch von ManCity abgewiesen werden, wird im Etihad Stadium in den kommenden beiden Jahren nicht international gespielt.
© James Gill via www.imago-images.de

Lausanne - Vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wird am Montag der Einspruch von Manchester City gegen den Ausschluss des aktuellen englischen Fußball-Meisters von allen europäischen Wettbewerben wegen Finanzbetrugs für zwei Saisonen behandelt. In dieser Saison ist der Club noch in der Champions League vertreten, das Achtelfinal-Hinspiel bei Real Madrid wurde vor der Corona-Pause 2:1 gewonnen.

Drei Tage soll die nicht-öffentliche Online-Anhörung in Lausanne dauern. Ein Urteil sei nicht sofort zu erwarten, teilte eine CAS-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach der Anhörung wird sich das dreiköpfige Schiedsgericht zunächst beraten. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ließe sich nicht sagen, hieß es. Britische Medien spekulierten, dass es bis zu zwei Monate dauern könnte.

Vorwurf der bewussten Täuschung

Das unabhängige Finanzkontrollgremium der UEFA hatte dem sechsfachen englischen Meister eine bewusste Täuschung zur Umgehung der Financial-Fairplay-Regelungen vorgeworfen. Auslöser waren club-interne E-Mails und Dokumente, die von der Plattform Football Leaks öffentlich gemacht wurden und angeblich systematischen Betrug nahelegen.

Zwischen 2012 und 2016 soll Manchester City Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet haben. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, dem Haupteigner des Clubs, gezahlt worden sein. Darunter sind demnach auch Zahlungen von Etihad Airways, Citys Hauptsponsor. Etihad ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.

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ManCity sieht sich als Opfer

Manchester City sieht sich indes als Opfer. Der Fall sei von der UEFA initiiert, von der UEFA verfolgt und von der UEFA beurteilt worden, kritisierte der Club, der immer wieder versucht hatte, eine Urteilsfindung zu verhindern. Die Vorwürfe seien falsch, betonte Geschäftsführer Ferran Soriano wiederholt. Den Fans versicherte er, man werde alles tun, was möglich ist, um das zu beweisen. City hat mehrere Topanwälte eingeschaltet, um der UEFA-Sperre zu entgehen.

Sollte das nicht gelingen, steht Manchester City vor unruhigen Zeiten. Trainer Pep Guardiola betonte zwar, er wolle bleiben, "egal was passiert". Mehrere Topstars, darunter Raheem Sterling oder Kevin De Bruyne, könnten den Verein jedoch verlassen. "Zwei Jahre wären lang", sagte Mittelfeld-Ass De Bryune der belgischen Zeitung "Het laatste Nieuws". Er wolle erstmal die Entscheidung abwarten, so der Belgier.

Auch für die UEFA steht viel auf dem Spiel. Die Entscheidung gilt als richtungsweisend. Eine Niederlage vor dem CAS würde der Autorität der Fußball-Union enormen Schaden zufügen. In den vergangenen Jahren wurde der UEFA immer wieder eine schwache Durchsetzung der eigenen Regeln vorgeworfen. (APA/dpa)


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