Gut zu wissen: Die besten neuen Filme und Serien auf Netflix und Co. im Juni

Monat für Monat wird die Auswahl auf den Streaming-Plattformen größer: Wir geben einen Überblick über sehenswerte Neuheiten im Juni.

Die finale, vierte Staffel der erfolgreichen US-Serie „Tote Mädchen lügen nicht" gibt's seit 5. Juni auf Netflix.
© Netflix/David Moir

Innsbruck – Corona-Beschränkungen sind fast keine mehr vorhanden, die Suche nach dem nächsten großen Seriending bleibt aber trotzdem. Wer keine Lust hat, selber stundenlang im Angebot von Netflix, Amazon Prime und Co. zu stöbern, kann sich von unseren Streamingtipps inspirieren lassen. Ob ganz frisch gestartet oder neue Staffel, Hype-Format oder Underdog: Hier gibt's „Streamingtipps für die Couch" im Juni.

🎬🌟 NEUHEITEN IM JUNI

➤ Jeffrey Epstein: Stinkreich (Netflix): Als Jeffrey Epstein im Juli 2019 festgenommen und wegen des Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt wurde, überschlugen sich die Schlagzeilen. Der Multi-Millionär soll Mädchen zur Prostitution gezwungen und einen Sexhandelsring betrieben haben. Im August brachte sich Epstein in seiner Gefängniszelle um. Nun rollt die Netflix-Doku „Jeffrey Epstein: Stinkreich" den Fall noch einmal auf. Die Serie ist seit 27. Mai abrufbar.

Als erstes erscheint eine Warnung auf dem Bildschirm: Das, was folgt, könnte einige Zuschauer verstören. Die vierteilige Mini-Serie beginnt dann mit einzelnen Vorfällen Mitte der 90er-Jahre, bis schließlich 2005 die Polizei in Florida misstrauisch wird. Die Dokumentation folgt ihren Ermittlungen rund um Epsteins Villa in Palm Beach, akribisch, Schritt für Schritt. Das Bild, das sich in den verschiedenen Folgen zusammensetzt, ist erschütternd. Es werden immer mehr Frauen vorgestellt, die bei der Polizei aussagen, von Epstein missbraucht worden zu sein. Das Muster ist bei allen ähnlich, alle waren damals minderjährig, viele von ihnen sind bis heute traumatisiert. Im Kern sind diese Anschuldigungen nicht neu – trotzdem ist es wichtig, dass diese Frauen gehört werden.

📽 Video | Trailer zu „Jeffrey Epstein: Stinkreich"

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➤ Tote Mädchen lügen nicht (Netflix): Seit 5. Juni ist die finale, vierte Staffel der erfolgreichen US-Serie online. Das kündigte der Streaming-Anbieter mit einem YouTube-Clip bereits Anfang Mai an. Die Serie, die im Original „13 Reasons Why" heißt und an einer High School spielt, behandelt brisante Themen wie Mobbing, sexuellen Missbrauch und Selbsttötung unter Teenagern mit zum Teil bedrückenden Bildern. Kritiker bemängelten, Nachahmer könnten durch die expliziten Suizidszenen motiviert werden. Die Macher entfernten daraufhin nachträglich eine entsprechende Sequenz aus der ersten Staffel und blenden mittlerweile Warnhinweise ein. Dem Erfolg der Serie hat die Kritik keinen Abbruch getan.

Kurz vor ihrem Abschluss müssen Clay und seine Freunde in Staffel 4 ständig auf der Hut sein, denn die Geheimnisse ihrer Vergangenheit bedrohen ihre Zukunft.

📽 Video | Trailer zur finalen Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht"

➤ Chappie (Netflix): Der Film aus dem Jahr 2015, seit Anfang Juni auf Netflix zu sehen, ist quasi die moderne Version des Kultstreifens „Nummer 5 lebt". Die Hauptfigur, Chappie, ist ein ausrangierter Polizeiroboter. Der Ingenieur Deon Wilson führt an ihm heimlich ein technisches Experiment durch. Dadurch lernt Chappie, zu denken und zu fühlen wie ein Mensch. Die dysfunktionale Gangster-Familie um Ninja und Yo-landi Vi$$er entführt und adoptiert Chappie, denn sie wollen ihn für illegale Zwecke missbrauchen. Aber auch andere Mächte sind hinter Chappie her, und so beginnt für den liebenswerten Roboter und seine Freunde ein Kampf ums Überleben. Action, Straßengangster-Milieu und politische Gesellschaftskritik werden hier mit einer romantischen Hoffnung auf das Gute in Mensch und Maschine gemischt. Dev Patel glänzt als Nerd und Hugh Jackman geht in der Rolle des Bösewichts auf.

Der Roboter Chappie lernt zu denken und zu fühlen wie ein Mensch.
© Netflix

➤ The Last Days of American Crime (Netflix): Ein weiterer sehenswerter Science-Fiction-Thriller ist ab 5. Juni zu sehen. Der dystopische Streifen basiert auf einer Visual Novel aus dem Jahr 2009 und beleuchtet ein Szenario, in dem die US-Regierung jegliche Form von Verbrechen durch Gedankenkontrolle vereiteln will. Willentlich kann danach nicht mehr gegen das Gesetz verstoßen werden. Das würde natürlich das „Karriere-Aus“ für Profi-Verbrecher bedeuten, zu denen auch Graham Bricke (Edgar Ramírez) gehört. Bislang ist es ihm nicht gelungen, das ganz große Ding zu drehen und das will er nun noch ganz schnell nachholen. Dafür holt sich Graham Verstärkung: Der berühmt-berüchtigte Nachwuchs-Gangster Kevin Cash (Michael C. Pitt) und die Schwarzmarkt-Hackerin Shelby Dupree (Anna Brewster) sollen ihm beim Coup des Jahrhunderts helfen.

📽 Video | Trailer zu „The Last Days of American Crime"

➤ Paranormal Activity: Die Gezeichneten (Netflix): Dieses US-amerikanische Spinoff von „Paranormal Activity" dokumentiert die erschreckenden Erlebnisse einer lateinamerikanischen Famile, die von einer Horde Dämonen angegriffen wird. Der Film von Christopher B. Landon stammt aus dem Jahr 2014 und ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern ein Ableger der Paranormal-Activity-Reihe, schließt also inhaltlich nicht an den vorigen Teil („Paranormal Activity 4") an. Zu sehen ist er seit 1. Juni auf Netflix.

Die Bankangestellte Sarita findet in „Choked: Paisa Bolta Hai" eine geheime Geldquelle.
© Netflix

➤ Choked: Paisa Bolta Hai (Netflix): Im packenden Drama von Anurag Kashyap („Der Pate von Bombay“) findet eine Bankangestellte, die unter den Schulden ihres arbeitslosen Mannes – und ihren eigenen zerplatzten Träumen – leidet, eine geheime Geldquelle in ihrem Haus. Es handelt sich dabei um „neues Geld", das nach der Entwertung der größten Rupien-Scheine von einen Tag auf den anderen in Indien gültig ist. Ein Film über Träume, Macht und letztendlich vor allem Liebe.

➤ Queer Eye (Netflix): Die 5. Staffel der Reality Show „Queer Eye" aus dem Jahr 2018 mit Antoni Porowski, Karamo Brown und Tan France verschlägt die Fab Five ins historische Philadelphia, um dort neue Helden des Alltags zu verwandeln – vom hart arbeitenden DJ bis hin zur krisengeplagten Hundefriseurin. Die Show wurde erstmals am 5. Juni veröffentlicht.

New Girl (Netflix): Drei Jahre sind vergangen: In Staffel 7 von „New Girl", ab 9. Juni auf Netflix, warten Bücher darauf, geschrieben zu werden, Vorschulen wollen beeindruckt und längst überfällige Heiratsanträge gemeistert werden.

➤ Da 5 Bloods (Netflix): Im neuen Film von Kult-Regisseur Spike Lee kehren vier afroamerikanische Veteranen Jahrzehnte nach dem Krieg nach Vietnam zurück, um die Überreste ihres Truppenführers – und Gold – zu finden. Ab 12. Juni kann man mitfiebern.

➤ Rick and Morty (Netflix): Eine freudige Nachricht für alle Fans schräger Cartoons: Die vierte Staffel von „Rick and Morty" landet am 17. Juni auf Netflix. Der geniale, aber versoffene Wissenschaftler Rick erlebt darin mit seinem pubertierenden Enkel Morty in Parallelwelten und anderen Dimensionen wieder wilde Eskapaden.

Rick und Morty in anderen Dimensionen.
© Netflix

➤ Parasite (Amazon Prime): Es war die Überraschung schlechthin der diesjährigen Oscarverleihung: Der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho ging mit seiner Gesellschaftssatire „Parasite" als großer Gewinner aus der Gala hervor. Vier Auszeichnungen, darunter für den besten Film, konnte er einheimsen. Am 17. Juni geht das schräge, teils lustige und teils brutale Drama nun auf Amazon Prime online.

📽 Video | Trailer zu „Parasite"

➤➤ Weitere Streaming-Tipps zur Annäherung des Werks von Bong Joon-ho:

>> Snowpiercer (Amazon Prime): Oberflächlich ein brutaler Actionknaller, stellt „Snowpiercer" eine dystopische Version unserer Welt dar: Der titelgebende Zug ist der letzte Zufluchtsort der Menschheit, nachdem die Erde durch Experimente, die den Klimawandel stoppen sollten, zur Eishölle wurde. Im Snowpiercer läuft alles streng hierarchisch ab: Vorne sitzen die Privilegierten, hinten die Untergebenen und Ausgestoßenen. Doch eines Tages wagt diese Gruppe den Aufstand, angeführt von Curtis Everett (Chris Evans). Ein wahnwitziger Kampf durch stilisierte Waggons beginnt, an dessen Ende der „heilige Antrieb" als Ziel steht – respektive dessen Zerstörung.

>> Mother (Amazon Prime): Der zurückgezogen lebende Yoon Do-joon kämpft sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als er eines Tages mit dem Mord an einem jungen Mädchen in Verbindung gebracht und schnell als einziger Verdächtiger verhaftet wird, macht sich seine Mutter auf die Suche nach dem wahren Mörder. Ihr Sohn könne es schließlich nicht gewesen sein. Wie auch in „Parasite" findet Bong Joon-ho in „Mother" seine namenlose Titelheldin am unteren Rand der Gesellschaft, die er damit bloßstellt und ihr einen Spiegel vorhält.

>> The Host (Amazon Prime): Es war der erste große Erfolg von Bong Joon-ho auf der internationalen Bühne: 2006 kam er mit einem Monsterfilm um die Ecke, der sich einfach nicht festnageln ließ. Familiendrama oder doch Horrortrash? Spannungsgeladener Science-Fiction-Ausflug oder doch Komödie mit schrägem Unterton? Als ein riesiges Unwesen aus dem Hangang steigt und die Menschen in Seoul angreift, wird auch die Familie von Park Gang-du getroffen. Als das Monster seine kleine Tochter entführt, macht er sich gemeinsam mit Vater und Schwester auf, nach ihr zu suchen – was sich klarerweise als alles andere als einfach herausstellt. Nicht zu vergessen das tödliche Virus, das die Regierung in dem Wesen vermutet.

➤ Crawl (Amazon Prime): Der Horror- und Katastrophenfilm aus dem Jahr 2019 geht am 19. Juni online – und befriedigt vor allem Adrenalinjunkies. Die Protagonisten müssten in einer überschwemmten Stadt gegen fiese Killer-Alligatoren kämpfen. Klingt sehr trashig, ist aber sehr ernst gehalten. Die beklemmende Atmosphäre, zusätzlich befeuert durch ein sehr reduziertes Setting, bleibt so lange aufrecht, wie Kritiker bemerkten. Effektive Gewaltspitzen und eine Handvoll Jumpscares werden Action- und Horrorfans gefallen.

📽 Video | Trailer zu „Crawl"

➤ The Sinner: Jamie (Netflix): In der 2. Staffel der Dramaserie entwickeln sich die Ermittlungen in einem grauenhaften Verkehrsunfall für Detective Harry Ambrose zu einem der kompliziertesten und gefährlichsten Fälle seiner Karriere. Sie startet am 19. Juni auf Netflix.

➤ Modern Family (Netflix): Seriennachschub gibts mit der 10. Staffel von „Modern Family" ab 20. Juni. Ob Berufswechsel, kanadische Bettgefährtinnen oder Hunde-OPs – die Pritchett-Dunphy-Tucker-Großfamilie meistert die Höhen und Tiefen des Lebens darin wieder kreativ und gemeinsam.

➤ Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga (Netflix): Zwei Kleinstadtsänger aus Island kämpfen für ihren Traum von der Teilnahme am größten Gesangswettbewerb der Welt. Die Hauptrollen sind hochkarätig mit Will Ferrell und Rachel McAdams besetzt. Ferrell war neben Andrew Steele auch für das Drehbuch verantwortlich. Der Film wird ab dem 26. Juni weltweit auf Netflix veröffentlicht. Ursprünglich war das im Mai parallel zum Eurovision Song Contest 2020 geplant, wurde wegen der COVID-19-Pandemie aber verschoben.

📽 Video | Trailer zu „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga"

➤ Dark (Netflix): In der dritten und letzten Staffel von „Dark" werden ab 27. Juni die Knoten in den Köpfen der Zuschauer durch alle Erzählebenen entwirrt. Während die ersten beiden Staffeln das Konzept der Zeit dekonstruieren, fügt das Ende der Trilogie die Dimension des Raums hinzu. Jonas wird in eine Parallelwelt gebracht, die eine verzerrte Spiegelung von Winden zu sein scheint. Während er versucht, den Zusammenhang zwischen dieser Welt und seinem eigenen Schicksal zu verstehen, streben die anderen Charaktere aus seiner ursprünglichen Welt danach, den endlosen Zyklus der Ereignisse zu durchtrennen, der sie gefangen hält. Im Zentrum der Erzählung über zwei Welten, über Licht und Schatten, steht eine tragische Liebesgeschichte epischen Ausmaßes.

📽 Video | Trailer zur 3. Staffel von „Dark"

➤ Loro – Die Verführten (Netflix): Das Werk von Oscarpreisträger Paolo Sorrentino ist eine fiktionale Biographie über Silvio Berlusconi und zeichnet ein surreales Bild des ehemaligen Ministerpräsidenten von Italien. Sein Leben zwischen Macht und Sex, Politik und Geschäft wurde darin laut Kritikern im Film sehr gut begriffen und optisch ausgeschöpft. Berlusconi wird von Toni Servillo gespielt. Ab 29. Juni ist die Doku aus Netflix zu sehen. (TT.com/anl/APA)


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