Ötztalstraße bleibt nach Mure noch wochenlang gesperrt

Der Hang oberhalb der Leckgalerie ist weiterhin in Bewegung. Nächste Woche soll es eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geben.

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Am 28. Mai ging eine Mure samt Felssturz auf die Leckgalerie im Ötztal nieder.
© Landesgeologie

Zwieselstein, Untergurgl – Die Sperre der Ötztalstraße zwischen Zwieselstein und Untergurgl wird noch mehrere Wochen aufrecht bleiben. Ein Lokalaugenschein hat gezeigt, der Hang oberhalb der Leckgalerie auf der Ötztalstraße ist nach wie vor in Bewegung. Daher könne bei einer Öffnung der Straße "die Sicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet werden“, so Landeshauptmann Günther Platter in einer Aussendung am Donnerstag.

Nachdem am 28. Mai eine Mure samt Felssturz auf die Leckgalerie abging und bereits vor einer Woche damit begonnen wurde, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Stützen und Wasserableitungen umzusetzen, sei nicht von einer raschen Öffnung der Straße auszugehen. Aus derzeitiger Sicht werde sie für die kommenden acht Wochen gesperrt bleiben.

Der Bereich der instabilen Hangmasse hat sich laut der Landesgeologen auf eine Fläche von 1,5 Hektar ausgedehnt.
© © Land Tirol

Für die Bevölkerung wird es Anfang der kommenden Woche eine Informationsveranstaltung geben, kündigte Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf an. Dort würden die betroffenen Gemeindebürger von der Gemeindeführung sowie Experten der Abteilung Verkehr und Straße des Landes, der Landesgeologie, der Geoinformation sowie des Baubezirksamtes Imst umfassend aufgeklärt .

Die Medizin- und Lebensmittelversorgung sei indes weiterhin über eine Luftbrücke sichergestellt. Der Landeshubschrauber stehe der Gemeinde entsprechend der Bedarfsmeldungen zur Verfügung.

Instabiler Hang: Erdmassen können abrutschen

Der Bereich der instabilen Hangmasse hat sich laut der Landesgeologen auf eine Fläche von 1,5 Hektar ausgedehnt. „Die Sicherheit der Bevölkerung und der dort tätigen Arbeiter hat oberste Priorität“, so Landesgeologin Petra Nittel-Gärtner.

Für eine Öffnung der Straße sei es ausschlaggebend, dass ein ungehindertes und vor allem absolut sicheres Arbeiten und Passieren möglich ist. Das sei derzeit nicht der Fall.

Durch die Schneeschmelze und den derzeit starken Niederschlägen haben sich die Bewegungen am Hang oberhalb der Galerie verstärkt. „Das heißt, dass auch größere Erdmassen auf das Galeriebauwerk bzw. die Landesstraße abzugleiten drohen, weshalb der Bereich diese Woche auch für die laufenden Arbeiten gesperrt werden musste“, betonte Nittel-Gärtner.

Notwendige Sicherungsmaßnahmen „von Natur vorgegeben“

Dass dies vor allem für die Bevölkerung, deren Verbindung nach außen derzeit ausschließlich durch das Timmelsjoch bestehe, eine belastende Situation sei, wisse man. „Es handelt sich hierbei um eine wichtige Verkehrsanbindung, für die es schnellstmögliche Lösungen bzw. entsprechende Sicherungsmaßnahmen benötigt. Doch in welchem Ausmaß diese nötig seien bzw. welche Auswirkungen dies auf die Dauer der Sperre habe, wird quasi ‚von der Natur vorgegeben“, so Schöpf.

Die einzige weitere Verbindung über das Timmelsjoch nach Südtirol soll frühestens am 15. Juni geöffnet werden, hieß es auf der Homepage der Hochalpenstraße. (TT.com)


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