Mit Gesundheitstagebuch endlich zurück in den Trainingsmodus

Österreichs Volleyball-Nationalteam spielt wieder zusammen. Da freut sich Kapitän Wohlfahrtstätter sogar über einen Muskelkater.

Wieder im Einsatz: Teamkapitän Peter Wohlfahrtstätter.
© ÖVV

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – „Drei Monat­e lang keine Kugel in der Hand zu haben, das ist schon hart“, gesteht Peter Wohlfahrtstätter. Ein Einzelsportler sei das vielleicht gewohnt, „aber für uns, bei denen sonst immer zwei, drei Trainer dabei sind und noch zwölf andere, die mitschwitzen ...“, sagt der Tiroler Kapitän des österreichischen Nationalteams.

Seit Dienstag dürfen die ÖVV-Männer (darunter auch Alexander Tusch und Niklas Kronberger) nun aber wieder zusammen spielen. In Steinbrunn (NÖ) läuft noch bis zum 30. Juni ein Team-Trainingscamp – unter Auflagen, versteht sich. „Jeder führt ein Gesundheitstagebuch und zweimal am Tag wird Fieber gemessen“, schildert der Unterländer. Einkäufe erledige der Teammanager: „Aber das ist alles egal, ich freue mich sogar über einen Muskelkater.“

Zwei Monate lang hing Wohlfahrtstätter, der bei Benfica Lissabon spielt, während der Quarantäne-Zeit in Portugal fest, erst seit 18. Mai ist er wieder zurück in Tirol: „Da war dann trainingsmäßig gleich wieder viel mehr möglich.“ Bergtouren etw­a, aber auch viel Zeit für die Familie. Alles anders für ihn nach zwölf Jahren durchgehendem Spielbetrieb: „Du bist es gewohnt, immer ein nächstes Ziel zu haben, und plötzlich gibt es da keines mehr.“

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Umso besser fühle sich nun die Rückkehr an – wenn auch noch mit viel Offenem: Der neue Vertrag in Lissabon ist noch nicht unterschrieben und die Entscheidung, wann das Nationalteam die EM-Quali spielt, fällt erst nächste Woche.

Neu ist zudem der Nationaltrainer. Radovan Gacic löste Michael Warm nach neun Jahren ab. Wohlfahrtstätters erster Eindruck: „Wir haben die letzten Jahre gemeinsam taktisch aufgearbeitet und sehen, was uns zur Welt­spitze fehlt.“ Was das ist? „Bei gegnerischen Angriffen mehr zu punkten.“


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