Rapid leistete sich Selbstfaller, Salzburg gibt Punkte gegen WAC ab

Die ohnehin schon kleinen Hoffnungen von Rapid auf den Gewinn des österreichischen Fußball-Meistertitels sind am Sonntag noch einmal kleiner geworden. Die Hütteldorfer konnten einen Punktverlust der Salzburger nicht ausnützen.

Hartberg kann gegen Rapid punkten.
© GEPA pictures/ Mario Kneisl

Wien – Die ohnehin schon kleinen Hoffnungen von Rapid auf den Gewinn des österreichischen Fußball-Meistertitels sind am Sonntag noch einmal kleiner geworden. Die Hütteldorfer kassierten gegen den TSV Hartberg eine 0:1-Heimniederlage und liegen vier Runden vor Schluss sechs Punkte hinter Spitzenreiter Red Bull Salzburg.

Den entscheidenden Treffer erzielte Dario Tadic in der 42. Minute nach einem schweren Fehler von Maximilian Ullmann. Die Hartberger sind damit auch nach vier Liga-Partien im Allianz Stadion ungeschlagen, für Rapid endete eine Serie von vier Siegen in Folge.

Coach Dietmar Kühbauer hatte die angeschlagenen Taxiarchis Fountas und Leo Greiml im Hinblick auf das Duell mit Salzburg geschont und dafür den 17-jährigen Yusuf Demir erstmals in die Startformation beordert. Der Youngster gab in der fünften Minute den ersten Torschuss ab, Hartberg-Goalie Rene Swete hatte jedoch keine Probleme.

Nach starkem Hartberger Beginn dominiert Rapid

Gefährlicher war da schon die erste Chance der Gäste. Nach Kopfballvorlage von Tobias Kainz stand Tadic vor dem leeren Tor, der Goalgetter wurde aber in letzter Sekunde von Dejan Ljubicic am Abschluss gehindert (9.).

Vier Minuten später ließ auch Rapid einen Sitzer aus. Christoph Knasmüllner zog allein Richtung Hartberg-Tor, scheiterte jedoch an Swete. Sekunden später wurde ein Demir-Schuss aus guter Position abgeblockt, in der 32. Minute schoss Stefan Schwab am langen Eck vorbei.

Die entscheidende Szene folgte in der 42. Minute. Ullmann leistete sich einen Aussetzer und servierte den Ball Lukas Gabbichler, der Tadic freispielte - der Stürmer ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und bezwang Rapid-Schlussmann Tobias Knoflach.

Rapid kann Chancen nicht nützen

Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Demir den Ausgleich auf dem Fuß, als er nach Stanglpass von Thorsten Schick am langen Eck vorbeischoss. In der 49. Minute trat der zur Pause eingewechselte Koya Kitagawa wie schon am Mittwoch in Hartberg als Chancentod in Erscheinung - der Japaner traf am Fünfer den Ball nicht richtig.

Danach waren gelungene Rapid-Aktionen Mangelware, weil sich Hartberg zurückzog und die Hütteldorfer jegliche Kreativität vermissen ließen. Bis zum Schlusspfiff spielten die Grün-Weißen keine zwingende Gelegenheit mehr heraus, Folge war die erste Heimniederlage seit dem 2. November des Vorjahres (0:1 gegen St. Pölten).

Neben den Rapid-Profis lieferten auch Teile der Fanszene Negativ-Schlagzeilen. Beim Block West wurde vor der Partie ein Transparent mit sexistischem Inhalt angebracht, es wurde rund 15 Minuten vor dem Anpfiff entfernt.

Salzburg lässt ebenfalls Punkte liegen

Red Bull Salzburg hat indes die Chance auf einen wichtigen Schritt zur Titelverteidigung in der Fußball-Bundesliga liegen gelassen. Der Meister lag im Heimspiel gegen den Wolfsberger AC am Sonntag bis zur 80. Minute mit 2:0 voran, musste sich aber noch mit einem 2:2-Remis begnügen. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Rapid wuchs vor dem direkten Duell am Mittwoch in Wien dennoch auf sechs Punkte an.

Nach der Nullnummer in Wolfsberg knöpfte der WAC den Salzburgern damit auch in deren Heimstätte Zähler ab. Der Tabellenführer lag nach Toren von Masaya Okugawa (19.) und Enock Mwepu (71.) auf Siegkurs. Ein Eigentor von Andreas Ulmer (80.) in dessen 300. Ligaspiel für die "Bullen" und ein Treffer von Michael Liendl (84.) bescherten den Lavanttalern aber den unerwarteten Punktgewinn. Der WAC liegt als Vierter nun zwei Zähler vor dem TSV Hartberg, der seinerseits mit einem Sieg bei Rapid überraschte.

Salzburg-Trainer Jesse Marsch durfte sich nach dem Spiel zurecht ärgern. Seine Elf vergab den Sieg durch Nachlässigkeiten im Finish, nachdem zuvor die Chancen auf einen hohen Erfolg da gewesen wären. In den Schlussminuten versuchte Salzburg erfolglos, noch den dritten Treffer zu erzwingen.

LASK besiegt Sturm in Überzahl

Der LASK hat am Sonntag auch das "Rückspiel" der Meistergruppe gegen Sturm Graz gewonnen. Zum Abschluss der 28. Runde der Fußball-Bundesliga setzten sich die Linzer vier Tage nach dem klaren 4:0 in Pasching diesmal in Graz mit 2:0 (1:0) durch und kamen den zweitplatzierten Rapidlern bis auf vier Punkte nahe. Die Tore erzielten Marko Raguz per Foulelfer (45.+2) und Samuel Tetteh (83.).

Sturm, das wie schon beim vorangegangenen Heimspiel gegen Salzburg teilweise in doppelter Unterzahl agieren musste, bleibt Letzter und liegt nach dem überraschenden 1:0-Sieg Hartbergs bei Rapid bereits vier Punkte hinter dem steirischen Rivalen. Die Gelb-Roten Karten für Bekim Balaj (31.) und Isaac Donkor (72.) machten die Aufgabe der Grazer fast aussichtslos. Es war die sechste Niederlage in den jüngsten sieben Spielen. (APA)


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