Mutter-Sein kostet Frauen noch immer Großteil des Einkommens

Laut einer aktuellen Studie verlieren Frauen mit jedem Kind einen Teil ihres Einkommens. Bei drei Kindern beträgt der Einkommensrückstand im Vergleich zu kinderlosen Frauen im Schnitt fast 70 Prozent.

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© APA/ROBERT JÄGER

Frankfurt – Kinder zu bekommen ist laut einer Studie für Frauen trotz verbesserter Betreuungsangebote noch immer mit starken Einkommenseinbußen verbunden. Das Lebenserwerbseinkommen liegt im Schnitt um über 40 Prozent niedriger als bei kinderlosen Frauen, wenn eine Frau ein Kind hat, heißt es in der Bertelsmann-Studie, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Montagsausgabe berichtet.

Bekommt eine Frau drei oder mehr Kinder, betrage der Einkommensrückstand im Vergleich zu kinderlosen Frauen sogar im Schnitt fast 70 Prozent. Als Hauptgrund werde darin genannt, dass in der Gesellschaft "faktisch nach wie vor das Modell des männlichen Ernährers" beziehungsweise der Frau als bloßer Zuverdienerin dominiere. Weil dies auch für die Jüngeren gelte, werde die Einkommenslücke zwischen kinderlosen Frauen und Müttern immer größer.

Männer verdienen fast doppelt so viel wie Frauen

Eine frühere Bertelsmann-Studie mit identischer Methodik hatte im Frühjahr gezeigt, dass Männer über das Arbeitsleben hinweg beinah doppelt so viel Geld verdienen wie Frauen. Westdeutsche Männer kommen demnach auf ein durchschnittliches Gesamteinkommen von 1,5 Millionen Euro bis zu ihrem 60. Lebensjahr, westdeutsche Frauen hingegen nur auf 830.000 Euro. In der neuen Untersuchung wurde nun der Frage nachgegangen, wie stark diese Diskrepanz von der Entscheidung für Nachwuchs sowie der Kinderzahl abhängt.

Kinderlose Frauen, die 1982 in Westdeutschland zur Welt kamen, werden der Simulationsrechnung zufolge voraussichtlich 1,3 Millionen Euro verdienen und sich damit dem Einkommen gleichaltriger Männer annähern, wie die FAZ berichtet. Gleichaltrige Mütter mit einem Kind verlieren demnach jedoch 43 Prozent im Vergleich zu kinderlosen Frauen, ein zweites Kind vergrößere die Lücke auf 54 Prozent, ein drittes auf 68 Prozent, heißt es der Zeitung zufolge in der Studie, die am Montag offiziell veröffentlicht werden soll. (APA/AFP)

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