Sterbliche Überreste von Vermisstem in Osttirol nach sieben Jahren gefunden

Sieben Jahre lang lebten die Angehörigen eines damals 56 Jahre alten Deutschen, der bei einer Wanderung im Virgental verschwand, in Ungewissheit. Jetzt brachten der Fund eines Gebisses und einer Jacke Gewissheit.

Im Oktober 2013 suchten die Rettungsmannschaften mehrere Tage nach dem Vermissten.
© TT-Archiv/Brunner Images

Virgen – Der Fund eines Unterkiefers mit Goldzähnen führte die Polizei in Osttirol vor zwei Wochen wieder zu einem offenen Vermisstenfall aus dem Jahr 2013: Damals, Anfang Oktober, war ein 56-jähriger deutscher Wanderer nicht von einem Ausflug im Virgental zurückgekehrt. Letzten Meldungen zufolge war der Mann nach dem Frühstück zu einer Wanderung von der Zupalsee-Hütte in Richtung Lasörlinghütte aufgebrochen. Mehrere Suchaktionen in der Lasörling- bzw. Rieserfernergruppe im Virgental hatten keinen Erfolg gebracht.

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Am 3. Juni 2020 meldet sich dann ein 25-jähriger Österreicher bei der Polizei in Lienz und gab an, dass er am Rande eines Lawinenkegels im so genannten Steinkaastal einen menschlichen Unterkieferknochen gefunden habe. Eine am nächsten Tag durchgeführte Suche an der Fundstelle nach weiteren Hinweisen verlief vorerst negativ.

Die DNA-Auswertung des Fundes ergab Mitte Juni, dass es sich bei den Zähnen um sterbliche Überreste des vermissten Deutschen handelte. Nach dem Fund des Gebisses überflog eine Rettungsmannschaft der Alpinen Einsatzgruppe Lienz mit dem Polizeihubschrauber noch einmal den Lawinenkegel. Die Alpinpolizisten entdeckten dabei auf einer Seehöhe von rund 2050 Metern in einem Graben weitere sterbliche Überreste eines Menschen sowie eine rote Jacke. Eine solche soll der Vermisste kurz vor seinem Verschwinden getragen haben. (TT.com)

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