Rassismus-Vorwurf: Vorarlberger Mohrenbrauerei startet Markenprozess

In den vergangenen Tagen ist eine hitzige öffentliche Diskussion über das Logo der Brauerei aufgeflammt, das Kritiker als rassistisch sehen. Nun wird das Unternehmen eine Weiterentwicklung prüfen, heißt es in einem offenen Brief.

Dornbirn – Die Vorarlberger Mohrenbrauerei wird in den kommenden Monaten eine mögliche Weiterentwicklung ihres Markenauftritts prüfen. Das kündigte das Dornbirner Traditionsunternehmen am Mittwoch in einem offenen Brief an. Der Entscheidung war in den vergangenen Tagen eine hitzige öffentliche Diskussion über das Logo der Brauerei vorangegangen, das Kritiker als rassistisch sehen.

Im Zuge der Rassismus-Debatte war jüngst auch die – nicht zum ersten Mal geführte – Diskussion um das Mohrenbräu-Logo erneut aufgeflammt. „Die Art der Diskussion hat uns sehr betroffen gemacht", teilte die Brauerei in dem offenen Brief mit. Sowohl Kritiker als auch Befürworter des Logos hätten Äußerungen gemacht, „die unseren Werten zutiefst widersprechen": „Weder lassen wir uns Rassismus unterstellen, noch lassen wir uns von Menschen mit ausländerfeindlicher Haltung vereinnahmen", so das Unternehmen.

📽 Video | Mohrenbrauerei-Geschäftsführer Thomas Pachole zur Kritik:

Nachdem das Unternehmen bisher erklärt hatte, die Marke in ihrer bisherigen Darstellung beibehalten zu wollen, habe sich die Brauerei nun entschieden, „die Situation neu zu bewerten". Man wolle in den kommenden Monaten gemeinsam mit unabhängigen Experten aus verschiedenen Bereichen „in Ruhe prüfen, ob und wie wir unseren Markenauftritt im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterentwickeln". Das Ergebnis des Prozesses sei offen.

Die Brauerei wehrte sich immer vehement gegen jeden Rassismus-Vorwurf: „Die Mohrenbrauerei steht für Toleranz und lehnt Rassismus ganz entschieden ab", heißt es etwa in einem aktuellen Posting auf der Facebook-Seite des Unternehmens. Der Name Mohren gehe auf Josef Mohr zurück, der 1784 das Gasthaus „Zum Mohren" samt Brauerei gründete, ebenso das Logo, das über das Mohr-Familienwappen auf Darstellungen des heiligen Mauritius basiere. Rassismus habe dabei nie eine Rolle gespielt. (APA)


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