54 Singles – und Nina Horowitz: Neue „Liebesg'schichten" starten im Juli

Frühlingsgefühle im Sommer: „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ startet am 6. Juli in die 24. Staffel. 54 Singles, darunter auch eine 74-jährige Tirolerin, suchen in zehn Folgen nach der Liebe. Nach dem Tod von Elisabeth T. Spira übernimmt nun Nina Horowitz die Sendung – mit nur kleinen Veränderungen.

Nach dem Tod von Elizabeth T. Spira präsentiert Nina Horowitz das ORF-Kultformat, das sich seit 1997 zum veritablen Publikumshit entwickelt hat.
© Roman Zach-Kiesling

Wien – 54 Singles begeben sich in diesem Sommer wieder auf Partnersuche im ORF. Ab 6. Juli wird die 24. Staffel der „Liebesg'schichten und Heiratssachen" ausgestrahlt. Nach dem Tod von Elizabeth T. Spira hat Nina Horowitz die Rolle der Gestalterin übernommen. Am bewährten Konzept der Kuppelshow rüttelt sie nicht, wie sich bei der Präsentation der neuen Staffel am Mittwochabend zeigte.

Das neue Team rund um Horowitz hat bewusst nur kleine Veränderungen am Format vorgenommen, erzählte sie im Interview mit Journalisten. „Uns ist die Gratwanderung gelungen, das Tolle zu bewahren und ein bisschen zu erfrischen", sagte auch Sendungsverantwortliche Sharon Nuni. Titel- und Schlusslied wurden verändert und das prägnante Kussgeräusch beim Kandidatenwechsel fehlt. Stattdessen kündigt ein roter Luftballon in Herzform den Namen des nächsten Singles an. Einfühlsam, direkt und mit Schmäh befragt Horowitz die Kandidaten.

📽 Video | "Liebesg"schichten und Heiratssachen" startet

Liebessuchende zwischen 30 und 82 Jahren

„Es war nicht von Anfang an klar, dass wir dieses ganz spezielle Kunstwerk, dass Toni Spira entwickelt hat, weiterführen", sagte ORF-2-Channelmanager Alexander Hofer. Doch zum Glück habe man mit Horowitz eine würdige Nachfolgerin gefunden. „Was ich an beiden Frauen zutiefst bewundere, sind ihre Persönlichkeit und ihr Lebensweg", sagte ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner. „Beide sind unerschrocken, mutig, einfühlsam und beide sind Menschen-Zuhörerinnen."

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Wegen der Corona-Krise musste der Dreh, der im Dezember begann, unterbrochen werden. Außerdem musste für ein paar Kandidaten, die wegen der Pandemie absagten, Ersatz gefunden werden. Mittlerweile ist die Staffel aber fast abgedreht. Zehn neue Folgen – inklusive einer Bilanzsendung im Oktober – stehen am bewährten Sendeplatz (montags um 20.15 Uhr in ORF 2) am Programm. Pro Folge werden sechs Kandidatinnen und Kandidaten porträtiert. Sie kommen aus allen neun Bundesländern und sind zwischen 30 und 82 Jahre alt.

Tirolerin Annemarie (74) will sich wieder verlieben

Dabei sind beispielsweise Haubenkoch Gerald aus Vorarlberg, der sich eine Partnerin „ohne Bilder am Körper" wünscht, mit der er Schneeball- und Polsterschlachten machen kann. Oder die Tirolerin Annemarie, die seit mehr als 40 Jahren mit Papagei Gogo zusammenlebt und jetzt gerne auch wieder einen Mann hätte. Gepflegt soll er sein, sauber, lieb und dem Kuscheln nicht abgeneigt. Und ihren Gogo mögen, selbstverständlich: „Aber der ist eh so ein Braver.“

Annemarie ‚Schobi‘ aus Tirol: Die 74-jährige pensionierte Sängerin sucht einen neuen, treuen Gefährten.
© Gustl Gschwantner

Die Tirolerin ist Single, weil sie zu wenig ausgeht: „Ich bin höchstens in der Pizzeria Milano. Aber da sind alle Männer vergeben.“ Zwei Mal war Annemarie verheiratet, der erster Ehemann war ihre große Liebe. Ihr Albert war aber untreu: „Da musste ich mich trennen. Ich bin lang nicht drüber weggekommen.“ Die pensionierte Sängerin hat ein bewegtes Berufsleben hinter sich, sie war sogar mit Roy Black auf Tour und eineinhalb Jahre mit dem Schlager-Star erotisch verbandelt: „Es war lieb. Nett. Mehr will ich nicht ausplaudern.“

Und die Steirerin Monika würde mit ihrem zukünftigen Partner gerne den Opernball besuchen und hat eine genaue Vorstellung davon, wie er auszusehen hat. „Für mich ist ein Mann schön, der Haare am Kopf und nicht im Gesicht hat", beschreibt sie ihren Traummann.

Horowitz: „Das Schlimmste ist Fadesse"

Insgesamt 54 Kandidatinnen und Kandidaten porträtiert Horowitz in neun Folgen der heurigen „Liebesg'schichten und Heiratssachen"-Staffel. In der zehnten Folge am 19. Oktober sollen die Erfolgsgeschichten des Sommers erzählt werden.

Als Interviewerin und Gestalterin ist Horowitz, , die viele Jahre bei der ORF-Sendung „Am Schauplatz" tätig war, auch an der Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten beteiligt: „Es ist extrem wichtig, welche Menschen in einer Sendung vorkommen, ob sie spannende Geschichten zu erzählen haben, ob sie lustig sind, ob sie Emotionen auslösen. Das Schlimmste ist Fadesse, das versucht man zu vermeiden."

Überlegen, ob sie die Aufgabe übernehmen will, musste sie nicht. „Ich habe nicht gezögert. Wenn man das angeboten bekommt, dann sagt man Ja." Der Job mache großen Spaß und sie lerne bei jedem Interview etwas dazu. „Es geht ja nicht nur um die Liebe, es geht um Einsamkeit, es geht um Fantasie, es geht um Schlappen. Ich glaube, dass ich ein Mensch bin, vor dem man Schwächen zugeben kann. Das ist etwas, was die Interviewführung leichter macht."

„Hier und da flotter gemacht"

Schon früh sei festgestanden, dass sie an dem erfolgreichen Format keine großen Änderungen vornehmen will. „Wir sind sehr schnell zum Entschluss gekommen, dass das Konzept ja sehr gut war. Und dann zum Beispiel nicht in die Wohnungen zu gehen und die Menschen dort zu porträtieren, hätte ich für einen Fehler gehalten." Bis auf die Sendungsverantwortliche Sharon Nuni und eine Redakteurin ist das Team neu. „Wir haben kleine Veränderungen gemacht, aber zu viel hätte, glaube ich, dem Produkt geschadet, weil so viele Leute die Sendung lieben und kennen." Versucht wurde aber etwa, die Sendung „hier und da flotter zu machen, zum Beispiel im Schnitt".

Spiras Sendung wurde immer wieder auch vorgeworfen, die Menschen bloßzustellen. „Es gab die Liebesgeschichten seit 1997, das heißt, die Menschen haben ja gewusst, was das für eine Sendung ist", sagte Horowitz dazu. „Ich sehe Toni Spira als eine Art Vorbild. Sie hat auch mit den 'Alltagsgeschichten' in den 80er Jahren revolutionäre Arbeit geleistet."

Auch bei „Am Schauplatz" sei es immer wichtig gewesen, die Menschen nicht bloßzustellen. „Es ist Credo beim 'Schauplatz', dass man nicht wertet. Das versuche ich auch bei den ,Liebesg'schichten' weiterzuführen." Zusammengearbeitet habe sie nie leider mit Spira. „Wir haben uns zweimal gesehen und da habe ich Toni Spira als sehr charismatische und natürlich als humorvolle Frau erlebt", sagte Horowitz. „Was den Vergleich betrifft – Hape Kerkeling, den ich sehr verehre, hat einmal gesagt, er übt sich in heiterer Gelassenheit und das übe ich jetzt auch." (APA, TT.com)


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