Gut zu wissen: In diesen Urlaubsländern ist das Unfallrisiko besonders hoch

Endlich gehen nach der Coronakrise in vielen Ländern die Grenzen wieder auf. Doch der Verkehrsclub Österreich weist auf eine weitere Gefahr in unseren beliebtesten Urlaubsländern hin: Nämlich die Verkehrssicherheit. Einige Länder schneiden dabei schlecht ab.

In fremden Ländern ist man im Straßenverkehr oft unsicherer unterwegs, als zuhause. Vor allem in unseren beliebtesten Reiseorten passieren mitunter auch mehr Unfälle auf den Straßen.
© APA/dpa/Tobias Hase

Wien – Viele Österreicher haben während der Coronavirus-Krise sehnsüchtig auf die Grenzöffnung gehofft: Gerade im Sommer zieht es die heimische Bevölkerung ans Meer ins nahe gelegene Ausland. Nachdem Reisen jetzt wieder ohne Einschränkungen möglich sind, weist der Verkehrsclub Österreich aber auf eine weitere mögliche Gefahr in den Urlaubsländern unserer Wahl hin: die Verkehrssicherheit. Im Folgenden eine Übersicht, in welchen Ländern das Unfallrisiko erhöht ist, und wo verhältnismäßig wenige Unfälle passieren.

▶️ Italien

Italien und Kroatien sind die beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher, in beide Länder kann bereits ohne Einschränkungen gereist werden. Wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Mittwoch hinwies, ist in beiden Ländern das Verkehrsunfallrisiko höher als in Österreich. In Italien kamen im Vorjahr pro Million Einwohner 52 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. In Österreich gab es im Straßenverkehr 47 Todesopfer pro Million Einwohner, im Schnitt der EU27 waren es 51, so die Analyse des VCÖ.

▶️ Kroatien

In Kroatien gab es im Vorjahr pro Million Einwohner noch einmal mehr Unfälle, nämlich 73. Höher als in Kroatien ist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die Zahl der Verkehrstoten nur in Polen, Bulgarien und Rumänien. In Rumänien starben im Vorjahr pro Million Einwohner sogar 96 Menschen bei Verkehrsunfällen. Damit ist auf den Straßen unserer beliebtesten Sommerdestination besondere Vorsicht geboten – zumal viele Österreicher mit dem Auto nach Kroatien reisen.

▶️ Griechenland

Auch Griechenland schneidet mit schlechten Verkehrszahlen ab: Laut VCÖ gab es 2019 dort im Verhältnis zur Bevölkerungszahl pro Million Einwohner 65 Unfälle. Wer auf den Inseln oder auf dem Festland mit Mietauto unterwegs ist, sollte besonders vorsichtig sein: Nicht nur die Unsicherheiten durch ein ungewohntes Auto erhöhen das Unfallrisiko, sondern auch die teils engen (Berg)-Straßen oder auch der Fahrstil der anderen Verkehrsteilnehmer.

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In manchen Ländern ist das Unfallrisiko statistisch höher, als in Österreich.
© APA/Pfarrhofer

🚘 Länder mit hoher Verkehrssicherheit

Die höchste Verkehrssicherheit in Europa haben Norwegen, die Schweiz und Schweden, für letzteres gilt noch eine Reisewarnung. Im Vergleich zu diesen drei Staaten kamen in Österreich im Vorjahr pro Million Einwohner doppelt so viele Menschen im Straßenverkehr ums Leben, verdeutlicht der VCÖ. Den verkehrssichersten Staaten ist gemeinsam, dass sie niedrigere Tempolimits als Österreich haben und deutlich höhere Verkehrsstrafen. In Norwegen gilt auf Freilandstraßen Tempo 80 und auf Autobahnen Tempo 100, in Schweden Tempo 70 auf Freilandstraßen und Tempo 110 auf Autobahnen und in der Schweiz gilt Tempo 80 auf Freilandstraßen und Tempo 120 auf Autobahnen.

▶️ Deutschland

Deutschland hat statistisch gesehen weniger Unfälle als Österreich, im Vorjahr gab es 37 pro Million Einwohner. Dort ist man auf den Straßen also verhältnismäßig sicher unterwegs. Als Richtwert gilt in Deutschlands hochrangigem Straßennetz 130 km/h. Ein generelles Tempolimit gibt es auf Autobahnen nicht.

▶️ Schweiz

In der Schweiz gelten die Straßen als besonders sicher, statistisch starben im Vorjahr pro Million Einwohner 22 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Das ist unter anderem auch der strengen Verkehrspolitik geschuldet: Auf Freilandstraßen gilt Tempo 80, auf Autobahnen 120 km/h. Schon kleinste Verstöße werden zu Teil drastisch geahndet: Schon wer 5 km/h zu schnell fährt, wird bestraft, bei höheren Geschwindigkeitsübertretungen drohen hohe Bußgelder.

▶️ Urlaub in Österreich

Großer Beliebtheit bei Österreichs Bevölkerung erfreut sich heuer der Österreich-Urlaub. Positiv für die Verkehrssicherheit ist, dass laut einer Umfrage immerhin jeder siebente die Österreichreise mit der Bahn machen, betonte der VCÖ. "Das Unfallrisiko ist mit dem Pkw um ein Vielfaches höher als mit der Bahn. Wer mit der Bahn auf Urlaub fährt und vor Ort öffentliche Verkehrsmittel statt dem Pkw nutzt, ist sicherer unterwegs", meinte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. (TT.com/APA)

Verkehrstote pro Million Einwohner 2019:

◾ Norwegen: 20

◾ Schweiz: 22

◾ Schweden: 22

◾ Irland: 29

◾ Großbritannien: 29

◾ Malta: 32

◾ Dänemark: 34

◾ Luxemburg: 36

◾ Deutschland: 37

◾ Spanien: 37

◾ Finnland: 38

◾ Niederlande: 38

◾ Estland: 39

◾ Slowakei: 45

◾ Österreich: 47

◾ Slowenien: 49

◾ Frankreich: 50

◾ Italien: 52

◾ Belgien: 54

◾ Tschechische Republik: 58

◾ Zypern: 59

◾ Ungarn: 62

◾ Portugal: 63

◾ Griechenland: 65

◾ Litauen: 66

◾ Lettland: 69

◾ Kroatien: 73

◾ Polen: 77

◾ Bulgarien: 90

◾ Rumänien: 96

Quelle: ETSC, VCÖ 2020


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