Angegriffene Männer gegen Tötung von Trentiner Bären

„Das Bärenproblem muss jedoch in Angriff genommen werden", betonte der 28-jährige Christian Misseroni, der nach der Attacke durch den Bären mit leichten Verletzungen davon gekommen war. Die Kastrierung einiger Tiere könnte eventuell eine Lösung sein.

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Rom – Die beiden Trentiner Männer – Vater und Sohn –, die am Montag am Monte Peller im Tal Val di Non von einem Bären angegriffen und verletzt wurden, setzen sich gegen die angeordnete Erlegung des Tieres ein. „Ich bin absolut gegen die Tötung der Bären, doch man muss mit ihnen anders umgehen", so der 28-jährige Christian Misseroni im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera.

„Sowohl ich als auch mein Vater sind gegen die Tötung des Bären, auch wenn wir Jäger sind, weil wir Respekt für die Berge und ihre Tierwelt haben. Das Bärenproblem muss jedoch in Angriff genommen werden", betonte Misseroni, der nach der Attacke durch den Bären mit leichten Verletzungen davon gekommen war. Die Kastrierung einiger Tiere könnte eventuell eine Lösung sein.

Die Zahl der Bären im Trentino sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Tiere würden wegen der zunehmenden Anwesenheit von Menschen in den Bergen gestört, meinte Misseroni. Bären seien immer häufiger unweit der Dörfer zu sehen. „Man muss intelligente Lösungen finden", forderte Misseroni. Die Gefahr sei ansonsten, dass es zu tödlichen Begegnungen von Menschen mit Bären komme.

Misseroni und sein Vater Fabio waren bei Anbruch der Dunkelheit am Monte Peller unterwegs, als sie auf einem Weg von dem Bären angegriffen wurden. „Jemand behauptet, wir hätten etwas getan, um den Bären zu erschrecken. Das ist falsch, wir wanderten einfach nur auf dem Weg. Jetzt habe ich Angst, wieder in die Wälder zurückzukehren", sagte Misseroni.

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Tierschützer wollen Landeshauptmann anzeigen

Der Sohn und der Bär standen einander plötzlich Nase an Nase gegenüber. Der 28-Jährige ging zu Boden, das Tier begrub ihn unter sich. Der Vater stürzte sich daraufhin auf den Bären, um seinen Sohn zu befreien. Der 59-jährige Fabio Misseroni erlitt bei dem Vorfall Knochenbrüche an einem Bein und tiefe Wunden. Der Sohn kam mit oberflächlichen Verletzungen davon. Die Trentiner Behörden kündigten eine Suchaktion an, um den Bären aufzuspüren.

Tierschützer haben sich auf die Seite des Bären gestellt. Der Naturschutzverband Legambiente beauftragte seine Anwälte, Anzeige gegen den Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti einzureichen. Der Politiker hatte am Mittwoch einen Erlass zur Erlegung des Bären angekündigt. Der italienische Umweltminister Sergio Costa hatte daraufhin einen Appell zur Rettung des Bären an die Behörden im Trentino gerichtet. Er prüfe einen Einspruch gegen den Erlass der Trentiner Behörden, die den Bären erlegen wollen, teilte der Minister mit. (APA)


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