Dramatische Lage im Jemen: Regierung gibt Hilfe von einer Million Euro frei

In dem Bürgerkriegsland sind rund 24 Millionen Menschen, das entspricht 80 Prozent der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich die Lage weiter verschärft.

Millionen Kinder im Jemen sind vom Hungertod bedroht.
© AFP/Al-Basha

Sanaa, Wien – Die Bundesregierung will eine Million Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für humanitäre Hilfe im Jemen bereitstellen. Ein entsprechender Antrag des Außenministeriums geht an den Ministerrat am Dienstag. Die Abwicklung der österreichischen Hilfe soll über die Austrian Development Agency (ADA) erfolgen.

In dem Bürgerkriegsland sind rund 24 Millionen Menschen, das entspricht 80 Prozent der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 20 Millionen Menschen leiden nach Angaben des Welternährungsprogramms der UNO (WFP) im Jemen unter akutem Hunger oder können sich ohne Hilfe nicht ernähren. 18 Millionen Menschen verfügen über keine oder nur unzureichende Versorgung mit Trinkwasser. Daher grassieren Krankheiten wie Cholera, Malaria und Dengue-Fieber. Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich die Lage weiter verschärft. Das zerstörte Gesundheitssystem und die Infrastruktur sind vollkommen überfordert. Überflutungen Ende April haben die humanitäre Notlage vieler Betroffener zusätzlich verschärft und erschweren den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygienemaßnahmen.

Hilfsorganisationen klagen über Geldmangel

Hilfsorganisationen klagen über zu wenig Geld für ihre Programme im Jemen. Das Welternährungsprogramm kündigte im April trotz der dramatischen Lage an, seine Hilfe für das Bürgerkriegsland aus Geldmangel drastisch zu kürzen. Anfang Juni sagten 30 Staaten bei einer Geberkonferenz Hilfen in Höhe von 1,35 Milliarden Dollar (1,21 Mrd. Euro) zu – das ist gut die Hälfte der bis zum Jahresende benötigten Summe. UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock erklärte anschließend, man könne mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein.

Im dem Land auf der arabischen Halbinsel tobt seit fast sechs Jahren ein Bürgerkrieg. Die Houthi-Rebellen kämpfen gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Eine von Riad angeführte Koalition fliegt im Jemen regelmäßig Angriffe. (APA)

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