Deutlich weniger Verkehrstote im ersten Halbjahr, neun Todesopfer in Tirol

146 Menschen verloren zwischen 1. Jänner und 29. Juni auf Österreichs Straßen ihr Leben, das sind 26 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Ein Grund dafür sind die Corona-bedingten Einschränkungen ab Mitte März.

Am Montag starb ein Motorradfahrer bei einem Unfall in Biberwier, insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten neun Menschen auf Tirols Straßen ums Leben.
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Innsbruck, Wien – 17 Menschen kamen in den ersten sechs Monaten 2019 auf Tirols Straßen ums Leben. Heuer waren es im selben Zeitraum – von 1. Jänner bis 29. Juni – nur neun. Das ist ein Rückgang von 47 Prozent und damit der zweitgrößte in ganz Österreich. Nur in der Steiermark sank die Zahl der Verkehrstoten noch stärker, nämlich von 41 auf 21 (-49 Prozent). Österreichweit verloren im ersten Halbjahr 2020 146 Menschen ihr Leben auf den Straßen, 2019 waren es 197. Das sind 26 Prozent weniger, wie der ÖAMTC am Montag unter Berufung auf die vorläufigen Zahlen des BMI mitteilte.

Gründe für den deutlichen Rückgang: Mitte März ging der Verkehr wegen der Corona-bedingten Einschränkungen massiv zurück. Ab Mitte Mai war dann das Wetter teilweise nicht so schön, auch das wirkte sich aus. "Das ist die bisher beste Bilanz seit Aufzeichnungsbeginn. Allerdings stieg das Verkehrsaufkommen seit den ersten Lockerungen bereits wieder an. Und die zweite Jahreshälfte ist in der Regel unfallreicher", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé.

Die Corona-Krise habe aber auch neue Möglichkeiten gezeigt. "Home Office, eine Entflechtung der Arbeitszeiten sowie eine zunehmende Digitalisierung könnten in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, um Mobilität effizienter und sicherer zu gestalten", sagt er.

Mehr Unfälle im Sommer, bei Schönwetter und an Wochenenden

Mit Blick auf die Jahresbilanz warnt der ÖAMTC-Experte aber vor zu viel Euphorie. "Nach dem Corona-Lockdown gab es durch den ausgebliebenen Transitverkehr sowie die deutlich eingeschränkte Inlandsmobilität wochenlang keine Staus, auch Fuß- und Radwege verzeichneten in den ersten Wochen weniger Aufkommen. Als Dauerzustand wäre das jedoch undenkbar – zu sehr hängen Wirtschaft und öffentliches Leben sowie die Freiheit eines jeden von der Mobilität ab."

Die Statistiken zeigen zudem, dass im zweiten Halbjahr in der Regel 55 Prozent aller Verkehrstoten eines Jahres zu beklagen seien. "Besonders im Sommer, bei Schönwetter und an Wochenenden steigt das Risiko für schwere Unfälle", sagt Nosé. Zum einen seien mehr Leute unterwegs. Zum anderen würden viele Lenker bei guten Bedingungen zu Selbstüberschätzung und unüberlegten Fahraktionen neigen. (TT.com)


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