Aufgebrachte Kühe verletzten Wanderer im Stubaital

Ein Schweizer Ehepaar durchquerte mit Hund an der Leine eine eingezäunte und mit Warnung versehene Kuhweide im Stubaital. Die Tiere rannten die Urlauber um.

Symbolfoto.
© ZOOM-TIROL

Von Judith Sam

Neustift i. St. – Selten wurde ein Thema so viel diskutiert wie die tödliche Kuhattacke im Pinnistal im Jahr 2014. Gestern kam es im Stubaital, diesmal nahe Neustift, wieder zu einem gefährlichen Zusammentreffen von Kühen und Wanderern. Es verlief diesmal allerdings zum Glück recht glimpflich.

Gegen Mittag wanderte ein Schweizer Ehepaar mit seinem Hund auf dem Talwanderweg Volderau, als es einen abgezäunten, mit Gatter­n ausgestatteten und mit Warnhinweisen „Achtung Weidevieh“ beschilderten Bereich passieren musste. Weil dort Jungvieh graste, ging der Mann mit dem Hund an der Leine voraus.

„Aus unbekannter Ursache gingen plötzlich mehrere Kühe auf ihn und den Hund los“, sagt Martin Pfurtscheller, Polizei-Gruppeninspektor in Neustift. Obwohl der Schweizer die Hundeleine sofort losließ, rannten die Kühe weiter auf das Ehepaar zu. Die 59- bzw. 63-jährigen Wanderer gerieten dabei zwischen die aufgebrachten Tiere, wurden attackiert und niedergestoßen. Dabei zogen sie sich Verletzungen unbestimmten Grades zu.

Die beiden Verletzten waren nach dem Vorfall in der Lage, selbstständig zum Arzt in Neustift im Stubaital zu gehen, von wo aus sie nach der Erstversorgung mit der Rettung in die Klinik Innsbruck eingeliefert wurden.

Nach der Kuhattacke 2014 besagte das Zivilrecht, dass das Unfallopfer bei Gedankenlosigkeit in Almgebieten künftig wohl mit dem Vorhalt eines gravierenden Mitverschuldens zu rechnen haben. Dies ist hier laut Martin Pfurtscheller aber nicht der Fall: „Die Wanderer haben meiner Meinung nach nichts falsch gemacht, weil der Weg als Wanderweg ausgewiesen ist und man Hunde darauf mit sich führen darf.“


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