"Dummer Spaß" in Seefeld kommt deutschen Lenker teuer zu stehen

Mit einem angeblichen Satire-Projekt löste ein Deutscher Mitte Juni in Seefeld und im angrenzenden Bayern eine Fahndung aus. Die Rechnung dafür hat er jetzt präsentiert bekommen.

Ein Polizist hält einen Fahrzeuglenker an. (Symbolfoto)
© Patrick Seeger/dpa

Seefeld – Wenn es um ein mögliches Verbrechen geht, kennt die Polizei keinen Spaß: Das durfte jetzt ein Mann aus Bayern am eigenen Leib erfahren, weil er mit einem angeblichen Satire-Projekt Mitte Juni in Seefeld eine Fahndung im Grenzbereich Tirol/Bayern ausgelöst hatte. Für seinen dummen Spaß hat ihm die bayerische Polizei jetzt eine Rechnung in Höhe von 1283,40 Euro ausgestellt.

Den Ausgang nahm die Fahndung der Polizei am 15. Juni in Seefeld. Der deutsche Lenker war mit seinem Auto unterwegs und erregte die Aufmerksamkeit mehrere Passanten, weil aus dem geschlossenen Heckdeckel seines Mercedes-Kombi gut erkennbar Haarzöpfe heraushingen. Die Augenzeugen meldeten ihre Beobachtung und Sorge um eine mögliche Entführung oder ein Mordopfer bei der Polizei.

Diese startete umgehend eine Fahndung. Weil der Pkw eine deutsche Zulassung hatte und die Einreise nach Bayern zu vermuten war, alarmierten die Seefelder Beamten auch ihre Kollegen im nahegelegenen Deutschland. Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd schickte daraufhin ebenfalls etliche Streifen der dortigen Landespolizeidienststellen und der Bundespolizei los, um sich auf bayerischem Gebiet an der Fahndung zu beteiligen.

„Greta??? Nie gesehen ..."

Über das Kennzeichen des Mercedes konnte die Seefelder Polizei schließlich den Fahrzeughalter ermitteln und kontaktieren. Der Deutsche aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach (Oberpfalz) erklärte, dass er die Perücke bewusst so an sein Auto montiert habe. Es handle sich um ein „Satire-Projekt“, erklärte er den Polizisten. Denn es sei an der Heckklappe auch ein Aufkleber angebracht, auf dem „Greta??? Nie gesehen…“ stehe. Die Überprüfungen der Polizei bestätigten dies. Ein Verbrechen lag nicht vor.

Trotzdem erhielt der Mann nun Post vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Die Rechnung über fast 1300 Euro muss er begleichen, weil er durch sein Handeln – nämlich das bewusste Vortäuschen einer Gefahr – einen Großeinsatz ausgelöst hat. Das übrigens nicht zum ersten Mal: Bereits drei Wochen vor der Aktion in Seefeld hatte die Polizei in der Oberpfalz wegen exakt desselben Sachverhalts eine Fahndung nach dem Lenker eingeleitet. (TT.com)


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