Tirols Arbeitsmarkt am stärksten von der Corona-Krise betroffen

Die Arbeitslosigkeit in Tirol ist seit dem Höhepunkt Mitte April 2020 zurückgegangen, befindet sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Die Arbeitslosenquote lag in Österreich mit 10,1 Prozent um 3,6 Prozentpunkte höher als im Juni 2019.

Am deutlichsten stiegen die Arbeitslosenzahle im Hotel- und Gastronomiegewerbe.
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Innsbruck – Die Arbeitslosigkeit in Tirol ist seit dem Höhepunkt Mitte April 2020 zurückgegangen, befindet sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Hauptgrund ist der verhaltene Start der Sommersaison im Tourismus.

Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat kam es im Juni 2020 mit plus 15.541 oder plus 123,4 Prozent zu einem deutlichen Anstieg der in Tirol arbeitslos vorgemerkten Personen auf 28.130. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich um 150.246 Personen oder plus 56,8 Prozent auf insgesamt 414.766.

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Arbeitslosenquote acht Prozent

Bei einem prognostizierten Stand von 324.000 unselbständig Beschäftigten in Tirol (ein Minus von 20.000 Personen im Vorjahresvergleich) und 28.130 vorgemerkten Arbeitslosen betrug zum Stichtag 30.06.2020 die Arbeitslosenquote in Tirol acht Prozent (Juni 2019: 3,5 Prozent ).

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„Die Betrachtung der beim AMS Tirol arbeitslos vorgemerkten Personen zeigt wirtschaftsbedingt Anstiege im Bau und Produktionsbereich" so Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol. Am deutlichsten falle der Anstieg jedoch in Tirol als Tourismusland mit plus 7008 Personen im Wirtschaftsabschnitt Beherbergung und Gastronomie aus (im Vorjahresvergleich) sowie im Handel, speziell im tourismusnahen Handel.

Die Arbeitslosigkeit befindet sich aktuell auf sehr hohem Niveau. Längerfristige Prognosen können derzeit nicht getroffen werden, wir rechnen aber im Sommer mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol

Derzeit befinden sich 57.480 Personen in Kurzarbeit. Mit Stichtag 30.06.20 wurden 209 Millionen Euro ausbezahlt, das heißt 84 Prozent aller eingelangten Abrechnungen wurden bereits bearbeitet, so das AMS in seiner Aussendung am Mittwoch.

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463.500 Personen arbeitslos

Die Corona-Krise führt auch österreichweit weiter zu hohen Arbeitslosenzahlen. Ende Juni waren 463.500 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind um 139.300 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag in Österreich mit 10,1 Prozent um 3,6 Prozentpunkte höher als im Juni 2019. Der coronabedingte Höchststand lag Mitte April bei 588.000 Arbeitslosen, ein Rekordwert seit dem Jahr 1945.

📽| Video: Ende Juni um 139.300 mehr Arbeitslose als im Vorjahr

Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen und das Wiederhochfahren der Wirtschaft haben teilweise zu einer Entspannung am Arbeitsmarkt geführt. Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 54.000 zurück. Die stärksten Rückgänge gab es im Tourismus und in der Gastronomie. "Wir sehen, dass die Arbeitslosigkeit Schritt für Schritt zurückgeht. Es ist aber noch viel zu tun", sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) am Mittwoch in Wien.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 3,3 Prozent auf 3,702 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 25 Prozent auf rund 63.000.(TT.com, APA)


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