Steirer soll Deutsche zu Missbrauch an zwölfjähriger Tochter angestiftet haben

Die Mutter filmte den Missbrauch und schickte die Videos an den Steirer. Dieser verbreitete die kinderpornografischen Inhalte weiter. Auch während dem Polizeiverhör erhielt der Vorbestrafte entsprechendes Material auf seinem Handy. Beide wurden festgenommen, einem Haftantrag wurde nicht stattgegeben.

(Symbolbild)
© LUKAS HUTER

Karlsruhe/Wien – Ein 43-jähriger Österreicher soll eine Frau aus Baden-Württemberg zum sexuellen Missbrauch ihrer zwölf Jahre alten Tochter angestiftet haben. Im Zuge der Ermittlungen in Österreich war die Polizei auf die Spur der 47 Jahre alten Deutschen gekommen. Die Mutter soll ihr Kind missbraucht und davon Videoaufnahmen gemacht haben. Der Fall aus dem Raum Karlsruhe war am Dienstag bekanntgeworden.

Der Mann war bei einer Hausdurchsuchung bereits am 8. Juni festgenommen worden. Der 43-Jährige soll kinderpornografische Inhalte besessen sowie weitergegeben haben, teils via Social-Media-Kanäle. Er wurde mehrmals einvernommen und soll sich dabei einigermaßen kooperativ gezeigt haben.

Frau in Berlin gestellt

Der Verdächtige aus der Obersteiermark räumte ein, Inhalte an eine „Userin“ im Netz verschickt zu haben. Kinderpornografisches Interesse bestritt er. Die Ermittler hatten aber schnell den Verdacht, dass der Mann die bis dahin unbekannte 47-jährige Deutsche zu sexuellen Handlungen an ihrem minderjährigen Kind angestiftet hatte.

Der Mann habe immer wieder Fotos und Videos von ihr erhalten – auch während seiner Vernehmung kam eine Nachricht mit pornografischem Inhalt an. Die steirischen Kriminalisten reagierten sofort, über das Bundeskriminalamt in Wien wurde das Polizeipräsidium Karlsruhe informiert. Dieses führte in der Folge eine Hausdurchsuchung an einer im Landkreis Karlsruhe ermittelten Adresse sowie die Festnahme der 47-Jährigen durch. Die Frau hielt sich nicht zuhause auf, sie wurde noch am selben Tag in Berlin gestellt.

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Keine Haftgründe

Die Ermittlungen gegen den einschlägig vorbestraften Steirer sowie die Auswertung der Datenträger dauern noch an, sagte ein Polizeisprecher zur APA: „Der Mann gilt als der Anstifter." Die Frau soll laut deutscher Polizei keine weiteren Kinder missbraucht haben. Die Zwölfjährige befindet sich in der Obhut deutscher Behörden.

Wie im Fall der Mutter liegen beim Steirer – es gab einen Haftantrag der Staatsanwaltschaft Leoben – offenbar keine Haftgründe mehr vor: „Ein zwischenzeitlich erlassener Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, nachdem die Haftgründe der Verdunkelungsgefahr und der Wiederholungsgefahr nicht mehr vorliegen", wurde von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe mitgeteilt. (dpa)


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