Prozess gegen deutschen Doping-Arzt Mark S. beginnt Mitte September

In der 145-seitigen Anklageschrift sind mehr als 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. Dem Arzt droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

In Erfurt liegt die Arztpraxis, die im Zentrum des Doping-Skandals steht.
© imago

München - Der Prozess im internationalen Blutdoping-Skandal um den deutschen Mediziner Mark S. beginnt am 16. September in München. Das teilte das Landgericht München II am Donnerstag mit. Das Gericht legte zunächst 26 Hauptverhandlungstermine fest, alle noch in diesem Jahr. Mark S. droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München II hatte Mitte Dezember 2019 Anklage gegen den Arzt und vier Helfer erhoben. Die zweite Strafkammer des Landgerichts München II ließ nun die Anklage wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und Antidopinggesetz zu.

🔗 >>> Dürr versus ÖSV: Landeten verdächtige Laborwerte im Altpapier?

In der 145-seitigen Anklageschrift sind mehr als 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. 23 Athleten, unter ihnen mehrere österreichische Radprofis und Skilangläufer, wurde bei den Ermittlungen Blutdoping nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Sportarzt seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben hat.

Während der Nordischen Ski-WM in Seefeld hatten österreichische und deutsche Behörden Ende Februar 2019 Razzien durchgeführt, unter anderem auch bei dem Erfurter Mediziner. Dabei war ein Sportler (Langläufer Max Hauke) beim Blutdoping ertappt worden, in Erfurt wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt. (APA)


Kommentieren


Schlagworte