Gut zu wissen: Welche Regeln im Bad, auf Reisen und im Fitnessstudio gelten

Kann sich das Virus über Badewasser verbreiten? Oder Tröpfchen auf dem Gemüse im Supermarkt? Tipps für den Alltag im Überblick.

Abstand halten, Hände waschen. Das hilft fast in allen Lebenslagen, wie im Strandbad oder im Supermarkt.
© Andreas Rottensteiner

Innsbruck – Ziemlich genau ein halbes Jahr ist es her, seit das Coronavirus in China aufgetreten ist. Die Wissenschaft hat einiges dazugelernt und davon lassen sich Verhaltenstipps ableiten, wie man sich am besten vor Corona schützt.

Als Hauptüberträger haben sich die Tröpfchen entpuppt, stellte Mikrobiologin Cornelia Lass-Flörl diese Woche fest. Tröpfchen fliegen nicht so weit wie Aerosole, weil sie schwerer sind. Vor Tröpfcheninfektion schütze man sich am besten durch den Ein-Meter-Abstand, so die Expertin. Weit weniger wisse man über die Ansteckung durch Aerosole. „Im Außenbereich steckt man sich selten an, in kleinen engen Räumen schon sehr viel eher.“ Der dritte Lernerfolg: Wer kaum oder keine Symptome zeigt, ist auch weniger ansteckend. Ein Super-Spreader, also jemand, der sehr viele ansteckt, zeigt Symptome. Übertragen wird durch Singen, Schreien oder eben Nähe wie in einer Nachtbar. Was sind also die Lerneffekte daraus?

🏖️ Strandbad: Das Virus kann sich nicht über das Wasser verbreiten. Darin sind sich die Experten einig. Das liegt daran, dass das viele Wasser für eine Verdünnung der Virenlast sorgt. Das gilt für Seen, Flüsse und vor allem für Schwimmbäder, wo das Wasser chloriert ist.

Abstandhalten gilt auch auf der Liegewiese. In vielen Bädern machen die Mitarbeiter darauf aufmerksam, wenn der Mindestabstand unterschritten wird. Man sollte aber selbst daran denken. Da die Übertragung im Außenbereich sehr unwahrscheinlich ist und der eigene Liegeplatz von sehr viel Luft umgeben ist, ist es unwahrscheinlich, sich anzustecken.

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▶️ Verhaltenstipp: Auf den Abstand achten. Vor allem beim Anstellen an der Kasse oder am Kiosk.

🛒 Supermarkt: Eine Ansteckung über Tröpfchen, die auf dem Gemüse landen, schließen Experten aus. Schmier-infektionen sind möglich, kommen aber sehr viel seltener vor als die Übertragung durch Tröpfchen. Die Gefahr, sich durch den Griff auf den Einkaufswagen anzustecken, ist minimal. Eine deutsche Forschergruppe aus Bochum kam zu folgendem Schluss: Die Trockenheit der Oberfläche reduzierte die Infektiosität der Viren laut der Studie innerhalb der ersten Stunde um das 100-Fache. Bei 30 Grad halbierte sich die Zahl der infektiösen Partikel dann innerhalb von 17,9 Stunden, bei vier Grad dauerte es immerhin noch 12,9 Stunden. Die schnellste Zersetzung geschah bei Raumtemperatur. Hier zerfielen die Viren mit einer Halbwertszeit von nur 9,1 Stunden.

▶️ Verhaltenstipp: Abstand halten, nicht nervös werden, weil die Einkaufswagen vielleicht nicht desinfiziert sind.

✈️ Auf Reisen: Das Virus geht auf Reisen und die Gefahr besteht, dass es eingeschleppt wird. Der Innsbrucker Virologe Günter Weiss warnte am Dienstag vor Reisen in die Balkanstaaten. Nun gilt für sechs Länder des Westbalkans die höchste Reisewarnung. Betroffen sind Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, der Kosovo und Montenegro. In Österreich haben 530.000 Menschen familiäre Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien. Sehr unterschiedlich gehen die Staaten auch mit dem Virus um. Die Dichte der Tests ist in Österreich höher als in anderen Ländern, nicht überall wird bei einem positiven Fall so genau wie hierzulande nachverfolgt, mit wem der Infizierte Kontakt hatte.

▶️ Verhaltenstipp: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Mund-Nasen-Schutz ist in manchen Ländern, wie beispielsweise Italien, noch in der Gastronomie und im Handel Pflicht. Nicht nur für das Personal, sondern auch für die Kundschaft.

🏋️ Fitnesscenter: Seit 1. Juli sind auch dort viele Auflagen gefallen. Eine Studie aus Norwegen ist beruhigend: Dort ließ man vor der Öffnung 2000 Personen in Fitnesscentern mit Auflagen wie Abstand halten zwei Wochen lang trainieren. Infiziert wurde niemand.

▶️ Verhaltenstipp: Achten Sie darauf, dass im Fitnesscenter oft gelüftet wird. Abstand halten gilt bei sportelnden Menschen in geschlossenen Räumen ganz besonders. (TT, APA, aheu)


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