Die WSG vor dem Abstiegsfinale: Echte Tiroler krempeln die Ärmel hoch

Thomas Silberberger, Coach der WSG Tirol, schwört sein Team aufs Abstiegs-Endspiel gegen die Admira (Samstag, 17.00 Uhr/live TT.com-Ticker) ein.

Angeschlagen, aber immer noch voller Kampfgeist – WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger will auch auf Krücken die Bundesliga halten.
© HERBERT NEUBAUER

Von Alex Gruber

Wattens – Die letzte Pressekonferenz war Chefsache. Mit „Rollator“ und auf Krücken begab sich WSG-Cheftrainer Silberberger am Donnerstag im Gernot-Langes-Stadion auf den heißen Stuhl, um alle Fragen – nur ein Heimsieg sichert den Klassenerhalt – des Endspiels am Tivoli am Samstag zu erläutern.

„Wir haben uns unseren Traum erfüllt und wollen ihn weiterleben"

Und der „Silbi“ lief zur Höchstform auf, erinnerte an den 20. Mai 2013, als er bei der WSG (damals Vierter in der Regionalliga) übernommen hatte, um die Kristallstädter Seite an Seite mit Sportmanager Stefan Köck und Präsidentin Diana Langes nach oben in die Erstklassigkeit zu führen. „Wir haben uns unseren Traum erfüllt und wollen ihn weiterleben. Die Admira steigt ab“, diktierte der 47-jährige Wörgler und erinnerte daran, dass sein Team als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wurde und er öfters betont habe, dass es zu einem Endspiel am letzten Spieltag kommen könne: „Wir hätten es gerne anders geregelt. Jetzt ist es so gekommen und wir nehmen es an. Ich versuche Ruhe auszustrahlen.“

⚽ tipico Bundesliga, 32. Spieltag

Qualifikationsgruppe - Samstag, 17.00 Uhr:

  • WSG Tirol - FC Admira (live TT.com-Ticker)
  • SKN St. Pölten - SCR Altach
  • Austria Wien - SV Mattersburg

Meistergruppe - Sonntag, 17.00 Uhr:

  • Wolfsberger AC - SK Rapid Wien
  • Sturm Graz - TSV Hartberg
  • LASK - Red Bull Salzburg

Nach schwerem Motorradunfall mit drei Operationen weiß Silberberger – Sohn Max (18) lauschte am Donnerstag den Ausführungen des Vaters – um die Bedeutung von Gesundheit. Zur eigenen Zukunft? „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Über einen Abstieg denke ich nicht nach. Wir bleiben in der Bundesliga.“ Der hemdsärmlige und bodenständige WSG-Coach, der sein Herz auf der Zunge trägt, hätte anscheinend auch bei einem Gang in Liga zwei, der einen extremen Kaderumbruch bedeuten würde, eine Jobgarantie. Wer den „Silbi“ kennt, weiß, dass er vorerst nur an das Admira-Match denkt: „Es ist eine 50:50-Chance. Sie haben dieselben Probleme und können nicht auf ein X spielen. Das ist gefährlich. Angespannt ist jeder.“

An den Abstieg werden keine Gedanken verschwendet

Wer mit heißem Herz, aber kühlem Kopf agiere, werde die Liga halten: „Denn unter Stress treffen auch arrivierte Spieler die falschen Entscheidungen. Und wenn man attackiert wie der Berti Vogts in den 70er-Jahren, wird jeder Matchplan schnell über den Haufen geworfen“, spielte Silberberger mit keckem Spruch auf das 0:1 in Mattersburg an.

Der Langzeitcoach der WSG Tirol rückt heute nach dem Abschlusstraining zum ersten Mal bei einem Bundesliga-Heimspiel ins Hotel zur Kasernierung ein: „Ich verschwende keinen Gedanken daran, was passiert, wenn wir absteigen.“

📊 Die aktuelle Tabelle der tipico Bundesliga:


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