Abstiegsfinale WSG gegen Admira: Ein Showdown wie im Wilden Westen

Wenn die WSG Tirol und die Admira heute (17 Uhr/live im TT.com-Ticker) zum Abstiegsfinale auf den Tivoli-Rasen schreiten, ist die Ausgangslage klar umrissen: Es kann nur einen Bundesligisten geben.

Wer gewinnt das Ringen um den Klassenerhalt: Stefan Hager (WSG) oder Sinan Bakis (Admira)?
© HERBERT P. OCZERET

Von Tobias Waidhofer und Alex Gruber

Innsbruck, Stams – Das verbale Duell um den Bundesliga-Verbleib lief bereits amFreitag an. Denn auf die Ansage von WSG-Tirol-Trainer Thomas Silberberger („Die Admira wird absteigen“) reagierten die Südstädter gestern in den sozialen Netzwerken: „Wir kündigen im Vorfeld nicht viel an. WIR WERDEN LIEFERN“, prangte es auf der Facebook-Seite des Tabellenvorletzten.

„Natürlich ist es ein Überlebenskampf“, will Silberberger gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. „Alleine schon wenn man die finanziellen Unterschiede zwischen den beiden Ligen kennt. Wenn wir absteigen, wird es wohl zu einem kompletten Neuaufbau mit jungen Spielern kommen.“ Nachsatz: „Auch wenn wir die Liga halten, gibt es viel aufzuarbeiten und wir starten vermutlich wieder mit dem Wasser bis zum Hals.“

Mentaltrainer und Kasernierung in Stams

Vorerst überlässt man im Lager der Tiroler nichts dem Zufall. Erstmals vor einem Bundesliga-Heimspiel wurde das Team nach dem Abschlusstraining im Tivoli in Stams kaserniert. Also dort, wo die Wintersport-Stars von übermorgen ausgebildet werden. Und um die Chancen zu erhöhen, dass die Tiroler heute mit der Admira Schlitten fahren, begleitet auch ein Mentaltrainer das Team. „Am Ende des Tages muss aber der Spieler die Leistung bringen“, weiß der Coach, der seine Wunschelf freilich längst im Kopf hat.

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Es türmen sich allerdings personelle Fragezeichen auf: Wird Fabian Koch rechtzeitig fit? Hat Clemens Walch nach seinem gelungenen Joker-Einsatz in Mattersburg genug Benzin für einen längeren Einsatz im Tank? Der Wörgler Trainer lässt sich aber natürlich nicht in die (Aufstellungs-)Karten blicken. Es ist aber wahrscheinlich, dass einer der drei Stürmer (Maierhofer, Dedic, Yeboah) heute eine Joker-Rolle einnehmen wird – damit die WSG im Laufe des Matches frisches Offensiv-Blut im überlebensnotwendigen Kampf um drei Punkte nachlegen könnte.

Der Admira droht indes nach neun Saisonen wieder einmal der Gang in die Zweitklassigkeit. Den „Unabsteigbaren“ reicht aber ein Remis, um das zehnte Jahr im Oberhaus zu fixieren. „Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wenn man einen Punkt anpeilt, muss man aber auf Sieg spielen“, merkte deren Trainer Zvonimir Soldo an.

⚽ tipico Bundesliga, 32. Spieltag

Qualifikationsgruppe - Samstag, 17.00 Uhr:

  • WSG Tirol - FC Admira (live Sky, ORF 1)
  • SKN St. Pölten - SCR Altach (Sky)
  • Austria Wien - SV Mattersburg (Sky)

Meistergruppe - Sonntag, 17.00 Uhr:

  • Wolfsberger AC - SK Rapid Wien (Sky, ORF 1)
  • Sturm Graz - TSV Hartberg (Sky)
  • LASK - Red Bull Salzburg (Sky)

Vor einem Jahr rettete sich die Admira auch dank eines 3:2-Sieges über den FC Wacker am vorletzten Spieltag. Die Tatsache, dass die Niederösterreicher dann zum Abschluss 1:3 in Hartberg verloren und den Innsbrucker 4:0-Sieg gegen Mattersburg so zu einer wertlosen Randnotiz verkommen ließen, haben ihnen die schwarzgrünen Fans offensichtlich noch nicht verziehen. Als Wacker-Fan könne man heute ja quasi nur gewinnen, lautete so mancher augenzwinkernder Tenor in den sozialen Netzwerken.

Die Angst lähmte die WSG zuletzt nicht nur einmal

Aber zurück in die Gegenwart – und damit zur WSG Tirol: „Auch die Admira wird nicht mit Selbstvertrauen nach Tirol kommen. Die wissen genau, dass sie beim 1:1 in Innsbruck Glück gehabt haben, und beim 3:0 in der Südstadt waren wir klar die bessere Mannschaft“, meinte Silberberger mit Blick auf die jüngsten Aufeinandertreffen der beiden Teams.

Entschieden wird das Match heute in erster Linie im Kopf. Denn die Angst lähmte die WSG in den vergangenen Wochen nicht nur einmal. „Der Abstieg ist existenzbedrohend. Vor allem für die Mitarbeiter, die Spieler können ja ein Haus weiterziehen“, betont der Trainer. Nur vier bis fünf Spieler-Verträge gelten auch für die 2. Liga, 14 bis 15 wären es bei Klassenerhalt. Die WSG muss heute eng zusammenrücken.

📊 tipico Bundesliga, die aktuelle Tabelle:


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