Wacker-Gastspiel in Kapfenberg erneut verschoben: ein Sieg der Vernunft

Der steirische Zweitligist Kapfenberger SV steht laut Liga im Verdacht, seinen Verpflichtungen, die Corona-Spielregeln einzuhalten, nicht in ausreichendem Umfang nachgekommen sein. Das Spiel gegen Wacker soll am 14. Juli ausgetragen werden.

Die Spieler des FC Wacker samt Betreuerteam müssen nicht heute, sondern erst in einer Woche das Meisterschaftsspiel in Kapfenberg nachtragen.
© gepa

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Das Meisterschaftsspiel des FC Wacker Innsbruck in Kapfenberg entwickelt sich zur unendlichen Corona-Geschichte. Nachdem wegen eines positiven Tests im KSV-Lager zunächst von Freitag auf Samstag letzter Woche verschoben wurde, dann wegen zwei weiterer positiver Fälle auf heute Dienstag verlegt wurde, entschied die Liga, die Begegnung erst am kommenden Dienstag, den 14. Juli, um 18.30 Uhr nachzutragen. Letztendlich ein Sieg der Vernunft, weil die Ergebnisse der gestern erfolgten Testreihe in Kapfenberg erst heute vorliegen und dem FC Wacker nicht zuzumuten ist, danach anzureisen und am Abend im Fekete-Stadion mit mulmigem Gefühl im Bauch anzutreten.

Testen, trainieren, diskutieren und lange telefonieren stand bei den Schwarz-Grünen gestern auf dem Stundenplan. Der gesamte Kader wurde wie vorgesehen getestet (alle negativ). Die Mannschaft sprach sich schon am Sonntag dafür aus, aufgrund der prekären Lage heute nicht anzutreten. Im Raum stand eine 0:3-Strafverifizierung und sogar eine mögliche Geldstrafe. „Das wäre geradezu grotesk. Denn wir als FC Wacker haben alles richtig gemacht, erfüllen penibel alle Vorgaben und sollen dann auch noch bestraft werden. Das hätte es wirklich nicht sein können“, erklärte FCW-Coach Thomas Grumser nach dem Training und vor der Entscheidung der Österreichischen Bundesliga, das Spiel, in dem es tabellarisch praktisch um nichts mehr geht, um eine Woche zu verschieben.

„Eine vernünftige Entscheidung“, kommentierte auch Alfred Hörtnagl die neuerliche Verlegung. „Denn es geht um die Gesundheit und die Sicherheit der Spieler sowie auch darum, den Spielbetrieb sicherzustellen“, so der sportliche Leiter der Schwarz-Grünen. Ein Ligaabbruch mit all seinen Folgeerscheinungen wäre nicht nur für den österreichischen Fußball fatal. Denn der Neustart im Fußball war und ist Vorbild für praktisch alle Mannschaftssportarten in Österreich.

Dunkle Corona-Wolken brauen sich rund um die Franz-Fekete-Arena in der Steiermark zusammen. Die Österreichische Bundesliga hat gegen die KSV 1919 wegen einer möglichen Nichtbefolgung einer Verbands­anordnung ein Verfahren vor dem zuständigen Senat 1 eingeleitet. Die Klubs haben sich nämlich im Rahmen des Präventionskonzepts freiwillig verpflichtet, wöchentliche PCR-Tests bei allen Vertretern der „roten Gruppe“ durchzuführen. Es besteht der Verdacht, dass in der letzten Woche einmalig nicht alle Personen vollumfänglich getestet wurden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den Steirern harte Strafen.

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