Der Abstieg beendete das WSG-Projekt mit den routinierten Spielern

Im Vier-Augen-Gespräch analysierten Sportmanager Stefan Köck und Trainer Thomas Silberberger am Montag den Abstieg der WSG Tirol. Ein großer Personalumbruch steht bevor.

Bruno Soares ist in Zukunft wohl nicht mehr für die WSG am Ball.
© APA/EXPA

Von Alex Gruber

Wattens – Hätte Stefan Maierhofer, der 37-jährige „Major“, eine seiner beiden riesigen Kopfballchancen beim 0:0 gegen die Admira im Tor versenkt, hätte man der sportlichen Führung der WSG Tirol beim Klassenerhalt in der Bundesliga womöglich auf die Schultern geklopft. So ging die Kugel daneben und das Spiel, auch mit den „Alten“, ist aus.

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„Wenn man so will, hat im Nachhinein ein Kopfball gefehlt. Mit dem Abstieg ist das Projekt mit den Routiniers beendet, obwohl sie uns verbessert haben. Vielleicht hätten wir sie schon früher gebraucht, aber da hätten sie nicht bei uns unterschrieben“, sinnierte WSG-Sportmanager Stefan Köck gestern Seite an Seite mit Cheftrainer Thommy Silberberger bei der Aufarbeitung der Saison.

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Natürlich wurden auch Stimmen laut, ihre Positionen neu zu besetzen. Auf die Frage, warum man weiter auf die beiden „Zwillinge“ setzen sollte, sagt Kämpfer Silberberger, auf den nach seinem Motorradunfall eine neuerliche Operation wartet: „Weil wir den Verein in- und auswendig kennen.“ Köck ergänzt: „Der Klub soll entscheiden, ob man mit der Qualität unserer Arbeit zufrieden ist. Und alle Seiten müssen dann von der neuen Kurssetzung überzeugt sein.“

Ich bin ein Freund davon zu sagen: ‚Wir stehen wieder auf‘. Der Verein ist gesund, das ist das Fundament.
Stefan Köck, WSG-Sportmanager

Der Abstieg in Liga zwei – sofern diese aufgrund der aktuellen Corona-Thematik fertig gespielt wird und es somit einen Aufsteiger gibt – verschafft der WSG mehr Zeit.

„Wir werden einen großen Personalumbruch haben. Alles steht und fällt mit der Neuausrichtung, der Zielsetzung und dem Budget“, wartet Köck ab. Dass junge (Tiroler) Talente kommen, liegt auf der Hand. „Aber welche Tiroler helfen uns weiter?“, stellt er fragend in den Raum. „Abschalten“, so Silberberger, sei zur Stunde „unmöglich“. Köck ergreift wieder das Wort: „Ich bin ein Freund davon zu sagen: ,Wir stehen wieder auf!‘“.

Die grünweiße Fahne weht nach dem Abstieg auf Halbmast, die Segel müssen neu gesetzt werden. „Wir haben nie Luftschlösser gebaut. Der Verein ist gesund und das ist das Fundament“, schließt Köck.


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