Bundesheer: Stilllegung der Saab 105 in Schritten, Hörsching bleibt

Der Militärkommandant von Oberösterreich hat am Dienstag betont, dass die für nächstes Jahr geplante Stilllegung nicht auf ein Mal erfolgen soll. Er kündigte zudem eine Aufrüstung von Linz Hörsching als Startort für Eurofighter-Einsätze an.

Die vor der Ausmusterung stehenden Saab 105 sind auf den Tag genau vor 50 Jahren von Österreich übernommen worden. Am 7. Juli 1970 landeten die ersten drei Flugzeuge am Flughafen Wien Schwechat (Archivbild).
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Hörsching/Wien – Der Militärkommandant von Oberösterreich Dieter Muhr hat in einer Presseaussendung am Dienstag betont, dass die für nächstes Jahr geplante Stilllegung der Saab 105 nicht auf ein Mal, sondern schrittweise erfolgen soll. Er kündigte zudem eine Aufrüstung von Linz Hörsching als Startort für Eurofighter-Einsätze an. Ein fixer Eurofighter-Standort soll Hörsching aber nicht werden.

Muhr bezeichnete die Stilllegung der Saab 105 als „Ausphasen". Das bedeute, dass sie nicht von einem Tag auf den anderen nicht mehr fliegen, sondern dass die Stilllegung der Flotte in Schritten erfolgen werde. Es gehe darum, die Luftraumüberwachung weiter sicherzustellen. Dazu werde es erforderlich sein, dass die Eurofighter Aufgaben von Hörsching aus übernehmen.

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Der dortige Fliegerhorst Vogler soll deshalb ein Stützpunkt für die Eurofighter werden, auf dem aber keine Maschinen durchgehend stationiert sind. International werde das Forward Operating Site (FOS) genannt. Laut Muhr laufen Vorbereitungen dafür. Änderungen braucht es demnach insbesondere betreffend das nötige Personal und die Infrastruktur des Flugplatzes, wozu auch Investitionen in Hörsching nötig sein sollen.

Dabei geht es nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber nur darum, dem Eurofighter das Starten und Landen in Hörsching zu ermöglichen. Und zwar für den Fall, dass Zeltweg als Flughafen ausfällt – etwa wenn die Landebahn saniert werden muss. Die Eurofighter fix in Oberösterreich zu stationieren, ist nach Angaben eines Sprechers nicht angedacht. Das derzeit an den Saab arbeitende Personal wird aber weiterhin gebraucht – und zwar für die ebenfalls in Hörsching stationierten Hubschrauber.

Von den 1000 Personen, die in Hörsching arbeiten, sind laut Muhr etwa 40 Personen betroffen. Es handelt sich um Techniker und Piloten, die am Standort dringend für die anderen Flugzeugtypen gebraucht werden, wie Muhr meint. Sie sollen Umschulungen unterzogen werden und eine berufliche Zukunft in Hörsching finden.

In Hörsching sind weiter das Militärkommando Oberösterreich, die 4. Panzergrenadierbrigade und das Panzerstabsbataillon 4, die Luftunterstützung mit zwei Hubschrauberstaffeln, einer Lufttransportstaffel mit den drei C-103 Hercules Transportflugzeugen, eine Fliegerwerft, ein Luftfahrttechnisches Logistikzentrum sowie ein Militärspital stationiert, schilderte der Militärkommandant. (APA)


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