Falscher oder beschädigter Mopedhelm steigert Verletzungsgefahr erheblich

Forscher der TU Graz und des ÖAMTC warnen, dass das Risiko schwerer Kopfverletzungen um bis zu 20 Prozent steigt, wenn ein beschädigter oder falscher Helmtyp getragen wird.

(Symbolbild)
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Wien, Graz – Mehr als 4100 Mopedfahrer werden österreichweit jährlich bei ihren Ausfahrten verletzt. Ein Motorradhelm ist ein überlebenswichtiger Schutz, doch Helm ist nicht gleich Helm. Forscher der TU Graz und des ÖAMTC warnen, dass das Risiko schwerer Kopfverletzungen steigt, wenn ein beschädigter oder falscher Helmtyp getragen wird.

Noch immer endet eine sonnige Mopedtour viel zu oft in einer schlimmen gesundheitlichen Situation. Die pure Freude am Fahren kann schnell durch einen Unfall getrübt werden. Das Tragen eines Schutzhelmes während der Fahrt ist daher Pflicht, wichtig ist jedoch auch, dass es der richtige Helmtyp ist, der Kopfschutz wirklich passt und keine Vorschäden hat. So konnten die Forscher an der TU Graz anhand von computergestützten Simulationen zeigen, dass es viel eher zu schweren Kopfverletzungen kommt, wenn Fahrerinnen oder Fahrer einen bereits beschädigten Mopedhelm tragen, wie die TU am Mittwoch mitteilte.

Helm auch deformiert, wenn er äußerlich unbeschädigt wirkt

Der Helm kann in vielen Fällen zumindest einen Teil der Aufprallenergie absorbieren und somit die Schwere der Verletzung verringern. "Erfolgt ein weiterer Aufprall an derselben Stelle, steigt die Gefahr von schweren Kopfverletzungen um bis zu 19 Prozent. Grund dafür ist die Schaumstruktur im Inneren des Helms, die sich bei einem Aufprall stark deformiert, um Energie abzubauen. Dieser Energieabbau ist aber nur einmal möglich", erklärte dazu Desiree Kofler vom Institut für Fahrzeugsicherheit. Die Tests an der TU Graz zeigten, dass die Deformation auch auftritt, wenn der Helm nach einem Aufprall äußerlich vollkommen unbeschädigt wirkt.

Ausdrücklich wurde auch davor gewarnt, statt eines Mopedhelms einen Motocross-Helm zu tragen. Solche haben einen nach vorne ragenden Kinnschutz, der beim Motocross-Fahren für eine verbesserte Luftzufuhr sorgt. In den Versuchen und Simulationen habe sich aber gezeigt, dass gerade dieser Kinnschutz wie ein Hebel wirkt und bei einem Aufprall die Drehung des Helms begünstigen kann. In der Folge kann es bei einem Sturz zu stark erhöhten Belastungen im Bereich der Halswirbelsäule kommen – speziell, wenn der Helm zu eng am Kopf sitzt.

Kopfschutz sollte weder zu fest noch zu locker sitzen

"Die optimale Passform eines Sturzhelms ist grundsätzlich extrem wichtig", erklärte ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer. Beim Helmkauf sollte keinesfalls auf das Probieren verschiedener Größen verzichtet werden, da der Kopfschutz weder zu locker noch zu fest sitze sollte. "Wir raten dazu, vor dem Kauf eine Probefahrt zu machen und den Helm in der Praxis zu testen. Nur so kann man feststellen, ob er auch wirklich passt", stellte Darnhofer klar.

Neben dem Kopf sind vor allem die Arme und Beine der Zweiradfahrern besonders verletzungsgefährdet. Der ÖAMTC-Experte rät daher zu festem Schuhwerk, Handschuhen sowie langen Hosen und langen Ärmeln und noch besser einer Mopedjacke, um oberflächliche Verletzungen zu minimieren. (APA)


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